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Die
Ursachen der Globalisierung
vom
Manfred Julius Müller
Welches
sind die Ursachen der Globalisierung? Und stimmt es, dass es
die Globalisierung eigentlich schon seit einigen
Jahrhunderten gibt?
Schon bei
der Definition des Wortes Globalisierung fangen die
Meinungsverschiedenheiten und Lügen an. Denn die
Wortbestimmung ist keineswegs nebensächlich, sie
bestimmt das Ergebnis der Ursachenforschung.
Wortbestimmung
Deutet
man die Globalisierung ganz allgemein als Ausdehnung der
Weltwirtschaft und das Zusammenrücken von Staaten und
Kulturen, kann man in der Tat den Ursprung der
Globalisierung zeitlich und kausal beliebig bestimmen.
Dieser Masche bedient sich gerne die Kapitallobby, weil sie
ein Interesse daran hat, die Globalisierung als
natürliche Entwicklung darzustellen.
Außerdem
ist der Kapitallobby gelungen, die negative Erfolgsbilanz
der Globalisierung zu vertuschen, indem sie den Beginn des
globalen Dumpingsystems einfach um einige Jahrzehnte oder
Jahrhunderte vorverlegte. Von 1980 (nach Expertenmeinung
kann man erst ab dieser Zeit von einer Globalisierung
sprechen) bis heute sanken in westlichen Industrienationen
die Reallöhne.
Verlegt man den Beginn der Globalisierung jedoch auf das
Jahr 1900, so lässt sich eine stattliche Erfolgsbilanz,
eine Vervielfachung des Wohlstandes, vorweisen.
Wer sich
jedoch um eine ernsthafte Ursachenforschung bemüht, der
muss anerkennen, dass die stete Ausdehnung des Welthandels
und übliche Fortschritte im technologischen Bereich
nicht die Kreierung eines neuen Wortes und das Ausrufen
eines neuen Zeitalters rechtfertigen.
Schon immer hat der Welthandel zugenommen, schon immer haben
neue Erkenntnisse und Erfindungen auch den Tourismus, den
Warenverkehr und die Kommunikationstechniken entscheidend
beeinflusst - mit "Globalisierung" hat das alles wenig zu
tun.
Ursachen
der Globalisierung: 1. Der Zollabbau
Zur
Globalisierung kam es erst, als der Mensch bzw. die
Regierungen entscheidend in den normalen Wachstumsprozess
eingriffen und den Welthandel durch einen Abbau der
Zölle zusätzlich anfeuerten.
Mit diesem
Schritt brachen alle Schleusen, die zuvor die ungleichen
Standortbedingungen ausgeglichen hatten. Das Kapital
konnte nunmehr alle Völker und Staaten gegeneinander
ausspielen.
Von nun an galt die Devise: "Wer
arbeitet noch billiger, wer verzichtet auf Sozial- und
Umweltstandards, wer bietet die niedrigsten
Unternehmenssteuern und höchsten
Subventionen?".
Mit dem Zollabbau wurden die Strukturen einer
ausbalancierten Marktwirtschaft
zerstört.
Ursachen
der Globalisierung: 2. Der Abbau von Handelshemmnissen
Parallel
zu den Zöllen wurden Schritt für Schritt auch
weitere Handelsbarrieren abgebaut, wie zum Beispiel
Importbeschränkungen und schwer beherrschbare
bürokratische Einfuhrbestimmungen. Manche dieser
Maßnahmen waren durchaus sinnvoll - der Welthandel
muss nicht künstlich erschwert und behindert werden, es
genügt in der Regel, wenn man die unterschiedlichen
Standortbestimmungen durch Zölle ausgleicht.
Allerdings
handelt es sich beim Abbau von Importbeschränkungen
auch um einen seit Jahrhunderten anhaltenden Prozess, den
man deshalb nur bedingt der Globalisierung zuordnen
darf.
Ursachen
der Globalisierung: 3. Aufhebung von Devisen- und
Kapitalverkehrskontrollen
Um
die Globalisierung noch weiter voranzutreiben, wurden
schließlich auch noch die Finanzmärkte
dereguliert. Ob diese weltoffene Kapitalpolitik sich
letztlich positiv auf die Weltwirtschaft auswirkt, scheint
mir eher unwahrscheinlich. Denn mit der Deregulierung der
Finanzmärkte verlieren die Nationalstaaten weitgehend
die Kontrolle über die eigene Volkswirtschaft.
Viel Geld
wird dem Wirtschaftskreislauf entzogen und landet in
spekulativen oder dubiosen Anlagegeschäften. Durch das
weltweite (unkontrollierbare) Überangebot an
vagabundierendem Anlagekapital entstehen nicht nur immer
wieder gefährliche Spekulationsblasen, es wird auch das
marktwirtschaftliche Gleichgewicht empfindlich gestört
(Billigkredite verführen zu riskanten Investitionen).
Durch die
Deregulierungen sind inzwischen selbst die Währungen zu
einem Spielball der Devisenhändler geworden. Mit
gezielten Manipulationen gelingt es manchen Spekulanten, in
wenigen Tagen Millionenerträge zu erzielen (Geld, dass
natürlich nicht vom Himmel fällt, sondern anderen
Leuten entzogen wird). Die Kursveränderungen
entscheiden über die Konjunkturen ganzer
Volkswirtschaften.
Befürworter des offenen Kapitalmarktes argumentieren,
dass letztlich auch Spekulanten nur dazu beitragen, den
fairen Wert einer Währung auszuloten. Ich bin da recht
skeptisch, weil Devisenhändler doch zu sehr darauf
bedacht sind, eigene Risiken zu minimieren und künftige
Kursentwicklungen zu erraten. Bedenklich ist, dass
inzwischen 99 % des weltweiten Geldverkehrs der reinen
Spekulation dienen.
Ursachen
der Globalisierung: 4. Aggressive Subventionspolitik
Um
den eigenen Export immer weiter anzukurbeln, greifen viele
Staaten massiv in die Trickkiste:
a) Sie
gewähren Exportzuschüsse und Steuerbefreiungen
(zum Beispiel gänzliche Erstattung der
Mehrwertsteuer).
b) Sie
subventionieren die Transporte (keine Steuern auf
Flugkerosin und Schiffsdiesel), sogar die Werften werden
massiv unterstützt.
c) Ein
40-Tonner-Lkw schädigt die Straßen so viel wie
50.000 Pkws. Trotz Lkw-Maut werden diese Schäden und
die weiter anfallenden Kosten durch die daraus bedingte
Umweltzerstörung nicht ausreichend gewürdigt.
Würden
der Export nicht künstlich über Subventionen
angeheizt und die Warentransporte entsprechend der
Umweltschädigung besteuert, würde der Welthandel
um mindestens 50 % einbrechen.
Ursachen
der Globalisierung: 5. Fortschritte im Transport- und
Kommunikationsbereich
Seit
Jahrtausenden verbessert sich dank des menschlichen
Erfindungsgeistes die Technologie. Der ewige Fortschritt
macht sich selbstverständlich auch im Transportwesen
bemerkbar. Die kurzlebigen Holzschiffe wurden im Laufe der
Jahrhunderte durch Stahlkonstruktionen und Segel durch
starke Motoren ersetzt. Die Frachter wurden immer
größer und eines Tages wurden sogar die Container
erfunden.
Gleiches spielte sich auch im Kommunkationsbereich ab:
Telegraf, Telefon, Internet, Multifunktionshandy - der
ständige Fortschritt erleichtert den Welthandel, doch
er allein hätte niemals zur Globalisierung
geführt.
Ursachen
der Globalisierung: 6. Aggressives
Lohndumping
Was
wäre die Globalisierung dagegen ohne die extremen
Lohnunterschiede von 1000 und mehr Prozent?
Erst diese ungeheuren früher unbekannten Diskrepanzen
(verbunden mit dem weitgehenden Zollabbau) machten für
viele Weltkonzerne das Auslagern heimischer Fabriken so
überaus attraktiv.
Ursachen
der Globalisierung: 7. Manipuliertes
Währungsdumping
Eine
maßlos unterbewerte Währung wirkt kaum anders als
ein hoher Einfuhrzoll, gepaart mit massiver
Exportförderung. Viele Staaten bedienen sich dieses
hinterlistigen Erfolgsmodells.
Selbst die scheinbar so liberale USA drückt mit ihrer
Geld- und Haushaltspolitik den Wert ihrer Währung
künstlich nach unten. Und China, das Land mit dem
größten Handelsüberschuss, zieht gleich mit,
bindet seinen Yuan flugs an den schwächelnden US-Dollar
und hat dadurch im Krisenjahr 2009 die eigene Währung
gegenüber dem Euro um 17 % abgewertet.
Wie man es
auch immer drehen und wenden möchte - der ganz
entscheidende und auslösende Faktor für den Beginn
der Globalisierung war allein der Zollabbau. Hätte es
ihn nicht gegeben, hätte man alle anderen Faktoren
(Währungsdumping, Lohndumping, Transportsubventionen,
Deregulierung der Finanzmärkte usw.) immer schnell in
den Griff bekommen.
Es hätte dann zwar einen weiteren Ausbau des
Welthandels gegeben, aber eben nicht das globale
Dumpingsystem, die Globalisierung.
Treibt
uns die Globalisierung in den
Ruin?
Wie
kann der Westen verhindern, zum völligen Verlierer der
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Manfred J. Müller, Flensburg, 2007
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Treibt
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Ruin?
Was
geschieht wirklich durch die Globalisierung. Was wird aus
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Hartz
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Abschaffung
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Streit
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Schon
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"Aber
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Wie
verhält es sich mit den Vor- und Nachteilen der
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Die Globalisierung ist eine künstlicher Prozess,
ausgelöst durch den Abbau der Zölle. Welche vor-
und Nachteile ergeben sich aus dem daraus resultierendem
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Die
Ursachen der
Globalisierung
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Ursachen der Globalisierung werden immer noch gerne
tabuisiert oder völlig falsch dargestellt, um die
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Lässt
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Warum
sperrt sich die Politik so strikt gegen die Abkoppelung vom
globalen Dumpingsystem?
Was
sind die Beweggründe der Politik, so stur am globalen
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"Aber
das stimmt doch gar nicht, die Löhne sind doch
gestiegen!"
Manche
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unseren Wohlstand sichert, obwohl es bereits seit 30 Jahren
bergab geht.
Was
versteht man unter
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Lassen
sich mit neoliberalen Maßnahmen die bösen Folgen
der Globalisierung abmildern?
Was
versteht man unter
Globalisierung?
Mit
Fehlinterpretationen versucht die Kapitallobby, die
Globalisierung salonfähig zu machen. Was steckt aber
wirklich hinter der Globalisierung?
Das
Wesentliche erkennen!
Die
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fürs Wesentliche. Was ist für Deutschlands Zukunft
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Wider
dem unredlichen Geist!
Wie
mit allen Tricks immer wieder versucht wird, das globale
Lohndumpingsystem zu bewahren.
Das
Produktivitätswachstum in Deutschland seit
1980
Trotz
Produktivitätswachstum sinken in Deutschland seit 1980
die Reallöhne.
Brauchen
wir einen Mindestlohn?
Bringt
der Mindestlohn die Lösung? Oder steht hinter dem
sozial klingenden Schmeichelkurs doch nur das
Großkapital, das seine Pfründe (das globale
Dumpingsystem) erhalten will?
Referat
zum Thema Globalisierung
Was
muss ich bei einem Referat zum Thema Globalisierung
beachten?
Brauchen
wir eine transatlantische
Freihandelszone?
Immerhin
beginnen prominenten Wirtschaftsfachleute einzugestehen,
dass der globale Dumpingwettbewerb (der Verzicht auf
Importzölle) für die alten Industrieländer
auf Dauer nicht zu gewinnen ist. Man sucht krampfhaft nach
Auswegen...
"Die
Mehrwertsteuer ist
unsozial"
Der
Mythos von der unsozialen Mehrwertsteuer wird immer noch
gepflegt. Was steckt dahinter?
Deutschland
und die Globalisierung
Wie
verändert die Globalisierung Deutschland? Was wird aus
diesem Land, wenn weiter stur am globalen Dumpingwettbewerb
(am Zollabbau) festgehalten wird.
Die
gekaufte Meinung am Beispiel der Propaganda für die
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Wie
mit Steuergeldern die Bevölkerung beeinflusst
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Ricardos
Irrtum
Die
Globalisierungslobby beruft sich immer noch auf die
Irrlehren prominenter Ökonomen vergangener
Epochen.
"Die
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Brauchen
wir wirklich die EU? Kann es ohne EU keinen Frieden und
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Die
Senkung und Abschaffung der
Lohnnebenkosten
In
einem globalen Dumpingwettbewerb wäre die strikte
Absenkung der Lohnnebenkosten die zwingendste
Maßnahme.
"Ohne
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bewältigen!"
Die
Propagandisten der Globalisierung kennen keine Skrupel.
Jetzt verkaufen sie den internationalen Warentourismus sogar
noch als umweltschonend.
Weitere
interessante Seiten finden Sie auf, www.das-kapital.eu,
www.kapitalismus-online.de,
www.weltwirtschaft-globalisierung.de,
www.parlamentswahlen.de
Manfred
Julius Müller
analysiert seit 30 Jahren weltwirtschaftliche
Zusammenhänge und veröffentlichte unzählige
Aufsätze zu den verschiedensten Themen. Er entwickelte
neue Wirtschaftstheorien, die weltweit neue
Maßstäbe setzten und in manchen Ländern in
wichtigen Bereichen bereits die Gesetzgebung beeinflussten.
Inzwischen sind auch einige Bücher erschienen, u. a.
"Das
Kapital und die
Globalisierung".
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