Wie verhält es sich mit den Vor- und Nachteilen der Globalisierung?
von Manfred Julius Müller

 


Die Vorteile der Globalisierung

Der Propagandaapparat der mächtigen Kapitallobby reitet verständlicherweise immer wieder auf den vermeintlichen Vorzügen der Globalisierung herum. Werden aber die parteiischen Vorteilsnehmer einmal in die Enge gedrängt und gezwungen, auch über entstandene Schwierigkeiten zu sprechen, dann werden diese verniedlicht und es so gedreht, als würden die Vorteile eindeutig überwiegen. Wie steht es denn nun wirklich um die sagenumwobenen Vorteile, welches sind die Pluspunkte der Globalisierung?

1. Vorteil der Globalisierung: "Die Globalisierung mehrt den Wohlstand in den Industrienationen"
Um diesen Unsinn zu belegen, werden immer wieder abenteuerliche Statistiken konstruiert. Da wird dann zum Beispiel gerne auf dem Wirtschaftswachstum herumgeritten, welches ja tatsächlich auch langfristig vorhanden ist. Leider stellt aber niemand die Frage, was ein stetes Wirtschaftswachstum nützt, wenn die Arbeitseinkommen der Bevölkerung gleichzeitig sinken? Was zählt, ist doch nicht das Wirtschaftswachstum, sondern das, was tatsächlich dabei herauskommt, also die Wohlstandsentwicklung. Und hier bringt die Globalisierung weniger als nichts, sie verhindert nicht nur den normalen durch den Produktivitätsfortschritt anfallenden Fortschritt, sie beschert vielen Industrieländern auch noch einen sich ausbreitenden Wohlstandsabstieg. (Näheres...)

2. Vorteil der Globalisierung: "Eine Spezialisierung in der Produktion sorgt für Kostenvorteile..."
Die Uralt-Theorie des englischen Ökonoms David Ricardo geistert auch heute noch in den Köpfen vieler Entscheidungsträger herum: Ricardo behauptete vor 200 Jahren, dass eine Spezialisierung in der Produktion den Staaten mehr Wohlstand bringe. Doch seine Theorie ist albern und längst widerlegt. Echte Standortvorteile ergeben sich dabei nur für bestimmte landwirtschaftliche Güter (klar, dass man in Deutschland nicht vernünftig Kaffee oder Bananen anbauen kann). Bei allen anderen Produkten bringt eine Spezialisierung aber keine Standortvorteile.
Autos, Computer, Textilien usw. lassen sich fast überall in der Welt herstellen - Wettbewerbsvorteile entstehen hauptsächlich durch gravierende Unterschiede bei den Löhnen und Steuern. Nach Ricardo müsste die Produktion auf Grund dieser Kostenschere nur noch in den Billiglohnländern stattfinden - aber was hätten dann die Hochlohnländer zum Tausch anzubieten?
Oder die Staaten müssten sich untereinander absprechen: Deutschland übernimmt die Autoproduktion für die Welt, China spezialisiert sich auf Fernseher und Computer, die USA auf Baumwolle und Textilien. Dann hätten wir überall die schönsten Monopole. Wie kann es sein, dass die absurde Ricardo-Theorie noch heute Befürworter findet?

3. Vorteil der Globalisierung: Die Globalisierung ermöglicht einigen Schwellenländern den Aufstieg zur Industrienation
Allein in diesem Punkt könnte man geneigt sein, der Behauptung zuzustimmen. Bei näherer Betrachtung wird aber deutlich, dass auch dieser scheinbare Erfolg trügerisch und zumindest äußerst fraglich ist. Denn niemand kann schließlich beurteilen, wie die Entwicklung in diesen Ländern ohne Globalisierung (ohne rigiden Zollabbau) verlaufen wäre. Auch vor der Globalisierung hat sich die Situation in zahlreichen Entwicklungsländern verbessert, weil die Verhältnisse sich dort geändert haben (Bekämpfung der Korruption, Bildungsoffensiven, Entwicklungshilfen, Demokratisierungsprozesse usw.).
Der Aufstieg Chinas zum Beispiel hängt zum großen Teil mit der Abkehr vom lähmenden kommunistischen System und mit allgemeinen produktionstechnischen Fortschritten zusammen - welchen Anteil die Globalisierung an diesem Erfolg hat, kann schwerlich abgeschätzt werden. Ein marktwirtschaftlich orientiertes China hätte ohne Globalisierung eine andere Entwicklung genommen, wäre nicht in dem heutigen Ausmaß zur Werkbank der Welt geworden, hätte aber vielleicht stattdessen mehr für den Inlandsmarkt produziert und ein exportunabhängiges Wirtschaftswachstum hingelegt.

4. Vorteil der Globalisierung: Die Globalisierung ist die große Chance für alle Entwicklungsländer
"Chance" ist das beliebte Zauberwort für alle, die konkrete Erwartungen nicht erfüllen können. Tatsächlich geht es heute vielen Entwicklungsländern schlechter als vor der Globalisierung, weil deren schwache Wirtschaft mit der ausländischen Billigkonkurrenz nicht mithalten kann. Selbst die traditionsreichen Kleider der Afrikanerinnen kommen heute schon zum großen Teil aus China und machen die Schneider vor Ort arbeitslos. Ohne Dumpingprodukte aus dem Ausland würde es manchen Entwicklungsländern deutlich besser gehen.

5. Vorteil der Globalisierung: Die Globalisierung beschleunigt den weltweiten Demokratisierungsprozess
Auch diese Behauptung ist kaum mehr als eine unbeweisbare Luftnummer. Einmal ganz konkret: Welche Länder sind durch die Globalisierung demokratisiert worden? Demokratisierungsprozesse gab es zu allen Zeiten und selbstverständlich auch schon vor der Globalisierung. Die rasante Entwicklung der Nachrichten- und Informationstechniken haben sicherlich einen positiven Einfluss auf den Demokratisierungsprozess, aber will man nun allen Ernstes den technischen Fortschritt auch noch der Globalisierung einverleiben? (Was bedeutet Globalisierung?)

6. Vorteil der Globalisierung: Die Globalisierung fördert den technischen Fortschritt
Wem gehört der technische Fortschritt? Die Globalisierungslobby tut gerade so, als hätte es vor 1980 noch keine Zivilisation, keine Forschung und keine Erfindungen gegeben. Selbst die Erfolge im Nachrichten- und Kommunikationssektor beruhen aber hauptsächlich auf den permanenten Verbesserungen alter Produkte (sind also die Früchte der Saat, die schon vor 50 oder 100 Jahren ausgelegt wurde). Solche Weiterentwicklungen sind absolut natürlich und finden auch ohne Globalisierungseffekte statt.
Zwar mag einerseits das Forschen rund um die Uhr in allen Erdteilen die Innovationskraft beschleunigen, andererseits wird aber durch den globalen Verdrängungswettbewerb die Konkurrenz dezimiert. Ein solcher Monopolisierungstrend dient langfristig sicher nicht dem Fortschritt.
Hinderlich zeigt sich die Globalisierung auch bezüglich der Produktivitätssteigerungen - wozu bessere und schnellere Maschinen entwickeln, wenn billige Arbeitssklaven in China, Indien oder Vietnam für ein paar Cent die Stunde arbeiten?

7. Vorteil der Globalisierung: Reisefreiheit
Die grenzenlose Reisefreiheit ist ein Punkt, auf dem Globalisierungspropagandisten besonders gerne herumreiten. Denn mit diesem Argument erreicht man fast jeden - alle wollen mal gerne im Ausland Urlaub machen.
Aber hallo - gab es vor der eigentlichen Globalisierung (also vor 1980) das denn nicht? Schon in früheren Jahrhunderten zog es Vermögende und Künstler ins aufregende Ausland. Mit Zunahme des allgemeinen Wohlstandes und neuer, komfortabler Verkehrsmittel hat sich der Tourismus immer weiter ausgedehnt. Was also hat die Reisefreiheit mit der Globalisierung zu tun? Gar nichts!

8. Vorteil der Globalisierung: Die Kulturen wachsen zusammen - "alle Menschen werden Brüder!"
Was so nett und anheimelnd klingt, hat leider auch seine Schattenseiten, weil manche Kulturen sich von der westlichen Wertedominanz vereinnahmt und überrumpelt fühlen. Ist unsere profitorientierte Lebenseinstellung wirklich das Maß aller Dinge? Vielleicht entpuppt sich der gesellschaftliche Egalisierungsprozess eher als Fluch denn als Segen. Es wäre vermessen und vor allem verfrüht, über diesen Punkt ein abschließendes Urteil zu fällen.

9. Vorteil der Globalisierung: Viele Menschen werden steinreich!
In der Tat gibt es auch viele Nutznießer, die sich an der Globalisierung eine goldene Nase verdienen. Zu ihnen zählen zum Beispiel Spekulanten, Investoren, Börsenmakler, Investmentbanker und Manager, die zum Teil aberwitzige Provisionen, Boni und Gehälter kassieren. In guten Zeiten kamen einige Investmentbanker in den USA als Angestellte auf Jahreseinkommen von über einer Milliarde Dollar. Klar doch, das all diese Nutznießer die Globalisierung verteidigen wie ein Heiligtum.
Aber es gibt noch eine ganze Anzahl weniger auffälliger Profiteure der Globalisierung. Das sind zum Beispiel all die hochbezahlten Firmenvertreter, die im Ausland den Vertrieb und die Produktion organisieren und kontrollieren.
Desweiteren gibt es eine Vielzahl von Leuten, die sich als Globalisierungsgewinnler fühlen (es in Wirklichkeit aber gar nicht sind), weil ihr Betrieb Produkte für den Weltmarkt herstellt oder Importwaren vertreibt.
Last but not least gibt es auch noch heimliche Nutznießer, nämlich solche, die sich für globalisierungsfreundliche Stellungnahmen oder politische Einflussnahme bestechen lassen.
Wer sich also wundert, warum manche Leute Globalisierungskritiker derart massiv verleumden und attackieren, sollte über diesen Punkt ruhig etwas länger nachdenken.

 

Wie man sieht, bleibt bei genauerer Betrachtung von den vermeintlichen Vorteilen der Globalisierung nicht viel übrig. Es kann sein, dass es einigen hundert Millionen Menschen durch die Globalisierung besser geht, sicher aber scheint, dass einige Milliarden Menschen dafür bluten müssen und dass die Globalisierung den Wohlstandsanstieg in den "reichen" Nationen zum erliegen gebracht hat.
Ohne Globalisierung hätte sich der Wohlstand in der westlichen Welt
seit 1980 in etwa verdoppelt - da wäre es ein Klacks gewesen, die Entwicklungshilfen für die armen Länder zu vervielfachen. Mit diesen Geldern hätte man vermutlich weit mehr erreicht, als es die Globalisierung in einigen Schwellenländern vermocht hat.

 

 

Die Nachteile der Globalisierung

Die Verfechter der Globalisierung schwärmen hinterlistig von der allgemeinen Wohlstandsmehrung durch die Globalisierung und philosophieren pathetisch von einem Zusammenwachsen aller Völker. Doch was bleibt wirklich, wenn man den Nebel der Wunschträume und Verschleierungen zu durchdringen versucht? Welche Vor- und Nachteile hat die Globalisierung in die Waagschale zu werfen?

1. Nachteil der Globalisierung: Wohlstandsverlust in den Industrieländern
Vor der durch den Zollabbau künstlich entfachten Globalisierung ist der Wohlstand recht rasant von Jahr zu Jahr angestiegen (alle 25 Jahre hat er sich in etwa verdoppelt). Nach dem massiven Zollabbau (um 1980 herum), dem Startschuss für die Globalisierung, wurde diese stete Entwicklung abgebrochen, in einigen Ländern (z. B. Deutschland) kam es sogar zum Wohlstandsabbau (Verringerung der realen Nettolöhne). Manche westliche Staaten versuchten den drohenden Niedergang durch eine Billigzinspolitik aufzuhalten, wobei sie die Entstehung von Spekulationsblasen (bei Immobilien und Aktien) leichtfertig in Kauf nahmen.

2. Nachteil der Globalisierung: Jobverlust in den Industrieländern
Durch die Globalisierung vollzog sich (u. a. auch in Deutschland) ein Wandel von der Vollbeschäftigung zur Massenarbeitslosigkeit. Ganze Produktionsbereiche wurden nahezu ausgerottet (Kameras, Computer, Handys, Textilien, Haushaltsgeräte, Büromaschinen usw.), deren gut ausgebildete Facharbeiter fielen in ein tiefes Loch oder mussten zu hohen Kosten umgeschult werden (um dann zu weit schlechteren Konditionen in anderen Branchen unterzukriechen).
Die Zukunftsperspektiven sogar der jungen Leute haben sich vielerorts dramatisch verschlechtert (
Generation Praktikum). An diesem generellen Trend ändert auch wenig der Aufwärtstrend von 2006 bis 2008, der durch die Mehrwertsteueranhebung bei gleichzeitiger Absenkung der Lohnnebenkosten entstanden ist (für diese Umfinanzierung habe ich über 20 Jahre erbittert gekämpft). (Näheres...)

3. Nachteil der Globalisierung: Viele Entwicklungsländer bleiben arm
Nicht einmal das natürliche Wirtschaftswachstum, das sich eigentlich zwangsläufig durch immer neue Erfindungen und Fertigungsmethoden ergibt, kann sich mehr durchsetzen. Der mörderische globale Wettkampf lässt vielen kleinen Firmen in den armen Ländern keine Überlebenschance. Ein Land, das von der Konkurrenz schon im ersten Wachstumsstadium von ausländischen Produkten überrollt wird, kann keine eigene solide Volkswirtschaft aufbauen.

4. Nachteil der Globalisierung: Die Globalisierung zerstört die Prinzipien der Markwirtschaft
In einem intakten Binnenmarkt herrscht ein fairer Wettbewerb, indem sich die Interessenkonflikte von Arbeit und Kapital zum Nutzen aller ausgleichen.
Die Globalisierung zerstört jedoch diese Basis des produktiven Fortschritts: Das Kapital kann dadurch ungeniert schalten und walten wie es will und dort investieren, wo es die günstigsten Bedingungen vorfindet (niedrigste Arbeitskosten, niedrigste Steuern, höchste Subventionen). Die Globalisierung hat dem Kapital alle Tore geöffnet um die Völker und die Staaten dieser Welt zu erpressen und auszunehmen.

5. Nachteil der Globalisierung: Die Globalisierung beschert einen eskalierten Warentourismus.
Weltökonomisch völlig sinnlos werden heute Waren und Zubehörteile rund um den Globus hin- und hergeschoben, zum Schaden für die Umwelt. Milliarden Tonnen von Feinstaub und Kohlendioxyd gelangen dabei in die Luft und bringen Zigmillionen Menschen Krankheit und Tod. Der aufgeblähte Warentransport ist mitverantwortlich für die sich anbahnende Klimakatastrophe. (Globalisierung und Umweltschutz)

6. Nachteil der Globalisierung: Umweltdumping
Im weltweiten Buhlen um Kapital und Investoren wird auch der nationale Umweltschutz vernachlässigt. Ein Staat kann nicht mehr das anordnen, was ökologisch sinnvoll und machbar wäre. Denn schon längst werden viele Fabriken nur wegen zu hoher Umweltauflagen in Europa nach Asien verlagert.
Die Globalisierung (= der Zollabbau) sorgt also nicht nur für ein weltweites Lohn- und Sozialdumping - auch der Umweltschutz ist im weltweiten Standortwettbewerb ein lästiger Kostenfaktor.

7. Nachteil der Globalisierung: Die Angleichung der Kulturen und die Amerikanisierung der Welt
Manch einer mag es als Vorteil sehen, wenn er überall in der Welt die gleichen Hamburger essen und die gleichen Jeans kaufen kann und das unerbittliche Profitstreben und die westliche Kultur sich weltweit durchsetzen. Ich kann aber verstehen, wenn anderen Kulturkreisen diese Vereinnahmung und Egalisierung gar nicht gefällt.

8. Nachteil der Globalisierung: Die Finanzwelt gerät außer Kontrolle
Der Abbau der Zölle bedeutet letztlich globaler Dumpingwettbewerb bei der Produktion. Doch damit ist das unfaire Spiel noch lange nicht beendet. Denn mit der Auslagerung von Fabriken geht auch eine Internationalisierung im Finanzwesen einher. Die traditionelle Bindung zu den inländischen Hausbanken verliert sich - Kreditsucher und Geldanleger suchen weltweit nach besseren Angeboten. Dies führt zu einer gefährlichen weltweiten Vernetzung und Abhängigkeit der Banken untereinander und zu ständig neuen Finanzprodukten, die kaum noch jemand versteht und die von der staatlichen Bankenkontrolle nicht mehr erfasst werden können. (Näheres zur Bankenkrise).

9. Nachteil der Globalisierung: Viele Staaten können sich nicht mehr selbst versorgen...
Durch die Globalisierung geraten viele Staaten in eine wirtschaftliche Abhängigkeit voneinander. Deutschland kann zum Beispiel nur noch einen relativ kleinen Teil seiner Konsumgüter selbst herstellen. Kommt es in für uns wichtigen Ländern zu Umweltkatastrophen, Generalstreiks oder Krieg, kann evtl. nicht einmal mehr der Grundbedarf gedeckt werden. Selbstverständlich bricht auch unsere Wirtschaft zusammen, wenn die für die Exportindustrie notwendigen Zulieferungen ausbleiben.
Ob die starke Importabhängigkeit friedensstiftend wirkt, ist unter Fachleuten umstritten.

10. Nachteil der Globalisierung: Steueroasen blühen auf und gefährden den Sozialstaat
Welchem deutschen Unternehmer wäre es vor 40 Jahren eingefallen, über Briefkastenfirmen in Steueroasen Ertragssteuern einzusparen. Im Zuge der Globalisierung mussten die alten Industriestaaten leider auch den Finanzmarkt liberalisieren mit dem Ergebnis, dass sich für das vagabundierende Kapital immer neue Schlupflöcher auftun. Damit wird der natürliche Geldkreislauf unterbrochen und unkontrollierbar - Kaufkraft wandert in dunkle Kanäle ab und sozial ausgerichtete Staaten geraten in Bedrängnis.

11. Nachteil der Globalisierung: Ausbreitung von Krankheiten und Seuchen
Schon im Mittelalter kamen als Beipack mit den Schiffsladungen aus fernen Erdteilen Ratten und die Pest ins Land. Auch heute verstärkt der übertriebene Welthandel die Seuchengefahr. Zwar werden die Frachtcontainer häufig eingegast (damit die Ware nicht durch Parasiten Schaden nimmt), aber schon diese Praxis birgt schlimme Gesundheitsschäden beim Entladen der Container am Zielort. Hinzu kommt der mit dem Welthandel verbundene geschäftliche Reiseverkehr, der innerhalb von wenigen Jahrzehnten gigantische Ausmaße angenommen hat.

12. Nachteil der Globalisierung: Spekulanten und Geldjongleure beherrschen die Welt!
Wenn alles aus den Fugen gerät, der inländische Binnenmarkt nichts mehr gilt und durch den Zollabbau ein unfairer, unkontrollierbarer globaler Produktions- und Finanz-Wettbewerb die Oberhand gewinnt, dann ist die Stunde der Spekulanten gekommen. Sie können mit geringem Eigenkapital Währungs- und Börsenkurse manipulieren und irrsinnige Renditen einstreichen. Auch diese Profitgeier sind verständlicherweise ständig bemüht, die Globalisierung zu verherrlichen und deren fatale Folgen zu vertuschen. Ihre größte Sorge ist das Aufkeimen eines neuen Zoll-Protektionismus - denn der würde ihr einträgliches Geschäftsmodell zerstören.

13. Nachteil der Globalisierung: Wirtschaftskrisen breiten sich weltweit aus!
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14. Nachteil der Globalisierung: Es lassen sich kaum noch Lehren ziehen...
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Regierungsfreundliche Interpretation
Die westlichen Industrienationen sind (noch) auf die Globalisierung fixiert und verweisen trotz ständiger Spekulationsblasen und Wirtschaftskrisen auf vermeintliche volkswirtschaftliche Vorteile. Die finanzkräftige Globalisierungslobby hält noch immer alle Fäden in der Hand.

Leider ergibt sich aus dieser Konstellation ein weiteres Debakel: Lehrer und Professoren stehen im Staatsdienst und sind von Natur aus darauf gedrillt (oder gar dazu verpflichtet) regierungsfreundliche Thesen weiterzugeben. Das gelingt nur über die "Vergewaltigung" (also Fehlauslegung) des Wortes Globalisierung. Denn ist die Definition erst einmal aufgeweicht, lässt sich mit der Globalisierung alles Positive der Neuzeit verbinden.
Erst dieser Betrug macht die Globalisierung salonfähig, führt zu ewigen Diskussionen und erschafft den Mythos, am dessen Anfang eine ganz einseitige Interessenlage steht: Das
Kapitalistische Ermächtigungsgesetz.

 

Kurz und bündig:
Das Fazit der Globalisierung

 

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Impressum

 © Manfred J. Müller, Flensburg


Manfred Julius Müller analysiert seit 30 Jahren weltwirtschaftliche Zusammenhänge und veröffentlichte unzählige Aufsätze zu den verschiedensten Themen. Er entwickelte neue Wirtschaftstheorien, die weltweit neue Maßstäbe setzten und in manchen Ländern in wichtigen Bereichen bereits die Gesetzgebung beeinflussten. Inzwischen sind auch einige Bücher erschienen, u. a. "Das Kapital und die Globalisierung".

 

 

  

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