Translater:

Wie verhält es sich mit den Vor- und Nachteilen der Globalisierung?

Ist die Globalisierung unterm Strich betrachtet nützlich?
Oder sollte man sie doch lieber durch die Anhebung der Zölle und den Abbau der Transportsubventionen eindämmen?

 

Die Vorteile der Globalisierung:

Der Propagandaapparat der mächtigen Kapitallobby reitet verständlicherweise immer wieder auf den vermeintlichen Vorzügen der Globalisierung herum. Werden aber die parteiischen Vorteilsnehmer einmal in die Enge gedrängt und gezwungen, auch über entstandene Schwierigkeiten zu sprechen, dann werden diese verniedlicht und so getan, als würden die Vorteile eindeutig überwiegen.
Wie steht es denn nun wirklich um die sagenumwobenen Vorteile, welches sind die Pluspunkte der Globalisierung?

 

1. Vermeintlicher Vorteil der Globalisierung:
"Die Globalisierung mehrt den Wohlstand in den Industrienationen!"
Um diesen Unsinn zu belegen, werden immer wieder abenteuerliche Statistiken konstruiert. Da wird dann zum Beispiel gerne auf dem Wirtschaftswachstum herumgeritten, welches ja tatsächlich auch langfristig vorhanden ist. Leider stellt aber niemand die Frage, was ein stetes Wirtschaftswachstum nützt, wenn die Arbeitseinkommen der Bevölkerung gleichzeitig sinken.
Was zählt, ist doch nicht das Wirtschaftswachstum, sondern das, was tatsächlich dabei herauskommt, also die Wohlstandsentwicklung. Und hier bringt die Globalisierung weniger als nichts, sie verhindert nicht nur den normalen produktionstechnisch bedingten Fortschritt, sie beschert vielen Industrieländern auch noch einen sich ausbreitenden Wohlstandsabstieg. (Näheres...)

 

2. Vermeintlicher Vorteil der Globalisierung:
"Eine Spezialisierung in der Produktion sorgt für Kostenvorteile..."
Die Uralt-Theorie des englischen Ökonoms David Ricardo geistert auch heute noch in den Köpfen vieler Entscheidungsträger herum: Ricardo behauptete vor 200 Jahren, eine Spezialisierung in der Produktion bringe den Staaten mehr Wohlstand. Doch seine Theorie ist albern und längst widerlegt. Echte Standortvorteile ergeben sich dabei nur für bestimmte landwirtschaftliche Güter (klar, dass man in Deutschland nicht vernünftig Kaffee oder Bananen anbauen kann). Bei allen anderen Produkten aber bringt eine Spezialisierung keine Standortvorteile. Autos, Computer, Textilien usw. lassen sich fast überall in der Welt herstellen - Wettbewerbsvorteile entstehen hauptsächlich durch gravierende Unterschiede bei den Löhnen und Steuern.
Nach Ricardo müsste die Produktion auf Grund dieser Kostenschere nur noch in den Billiglohnländern stattfinden - aber was hätten dann die Hochlohnländer zum Tausch anzubieten?
Oder die Staaten müssten sich untereinander absprechen: Deutschland übernimmt die Autoproduktion für die Welt, China spezialisiert sich auf Fernseher und Computer, die USA auf Baumwolle und Textilien. Dann hätten wir überall die schönsten Monopole. Wie kann es sein, dass die absurde Ricardo-Theorie noch heute Befürworter findet?

 

3. Vermeintlicher Vorteil der Globalisierung:
"Die Globalisierung ermöglicht einigen Schwellenländern den Aufstieg zur Industrienation!"
Allein in diesem Punkt könnte man geneigt sein, der Behauptung zuzustimmen. Bei näherer Betrachtung wird aber deutlich, dass auch dieser scheinbare Erfolg trügerisch oder zumindest äußerst fraglich ist.
Denn niemand kann schließlich beurteilen, wie die Entwicklung in diesen Ländern ohne Globalisierung (ohne rigiden Zollabbau) verlaufen wäre. Auch vor der Globalisierung hat sich die Situation in zahlreichen Entwicklungsländern verbessert, weil die Verhältnisse sich dort geändert haben (Bekämpfung der Korruption, Bildungsoffensiven, Entwicklungshilfen, Demokratisierungsprozesse usw.).

Der Aufstieg Chinas zum Beispiel hängt zum großen Teil mit der Abkehr von der lähmenden staatlichen Planwirtschaft und mit allgemeinen produktionstechnischen Fortschritten zusammen. Welchen Anteil die Globalisierung an diesem Erfolg hat, kann schwerlich abgeschätzt werden. Ein marktwirtschaftlich orientiertes China hätte ohne Globalisierung eine andere Entwicklung genommen, wäre nicht in dem heutigen Ausmaß zur Werkbank der Welt geworden, hätte aber vielleicht stattdessen mehr für den Inlandsmarkt produziert und ein exportunabhängiges Wirtschaftswachstum geschaffen.

 

4. Vermeintlicher Vorteil der Globalisierung:
"Die Globalisierung ist die große Chance für alle Entwicklungsländer!"
"Chance" ist das beliebte Zauberwort für alle, die konkrete Erwartungen nicht erfüllen können. Tatsächlich geht es heute vielen Entwicklungsländern schlechter als vor der Globalisierung, weil deren schwache Wirtschaft mit der ausländischen Billigkonkurrenz nicht mithalten kann.
Selbst die traditionsreichen Kleider der Afrikanerinnen kommen heute schon zum großen Teil aus China und machen die Schneider vor Ort arbeitslos. Ohne Dumpingprodukte aus dem Ausland würde es manchen Entwicklungsländern besser gehen.

 

5. Vermeintlicher Vorteil der Globalisierung:
"Die Globalisierung beschleunigt den weltweiten Demokratisierungsprozess!"
Auch diese Behauptung ist kaum mehr als eine unbeweisbare Luftnummer. Einmal ganz konkret: Welche Länder sind durch die Globalisierung demokratisiert worden?
Demokratisierungsprozesse gab es zu allen Zeiten und selbstverständlich auch schon vor der Globalisierung. Die rasante Entwicklung der Nachrichten- und Informationstechniken haben sicherlich einen positiven Einfluss auf den Demokratisierungsprozess, aber will man nun allen Ernstes den technischen Fortschritt auch noch der Globalisierung einverleiben? (
Was bedeutet Globalisierung?)

 

6. Vermeintlicher Vorteil der Globalisierung:
"Die Globalisierung fördert den technischen Fortschritt!"
Wem gehört der technische Fortschritt? Die Globalisierungslobby tut gerade so, als gehöre der technologische und wissenschaftliche Fortschritt ihr, als hätte es vor 1980 noch keine Zivilisation, keine Forschung und keine Erfindungen gegeben.
Dabei beruhen selbst die Erfolge im Nachrichten- und Kommunikationssektor hauptsächlich auf den permanenten Verbesserungen alter Produkte. Sie sind also die Früchte der Saat, die schon vor 50 oder 100 Jahren, also bereits vor der sagenumwobenen Globalisierungsära, gelegt wurde. Solche Weiterentwicklungen sind absolut natürlich und finden auch ohne Globalisierungseffekte statt.
Zwar mag einerseits das Forschen rund um die Uhr in allen Erdteilen die Innovationskraft beschleunigen, andererseits wird aber durch den globalen Verdrängungswettbewerb die Konkurrenz dezimiert. Ein solcher Monopolisierungstrend dient langfristig sicher nicht dem Fortschritt.
Hinderlich zeigt sich die Globalisierung auch bezüglich der Produktivitätssteigerungen. Wozu bessere und schnellere Maschinen entwickeln, wenn billige Arbeitssklaven in China, Indien oder Vietnam für ein paar Cent die Stunde arbeiten?

 

7. Vorteil der Globalisierung: Die Reisefreiheit...
Die grenzenlose Reisefreiheit ist ein Punkt, auf dem Globalisierungspropagandisten besonders gern herumreiten. Denn mit diesem Argument erreicht man fast jeden - alle wollen mal im Ausland Urlaub machen.
Aber hallo? Gab es vor der eigentlichen Globalisierung (also vor 1980) noch keine Auslandsreisen? Schon in früheren Jahrhunderten zog es Vermögende und Künstler in die Ferne. Mit Zunahme des allgemeinen Wohlstandes und neuer, günstiger und komfortabler Verkehrsmittel hat sich der Auslandstourismus immer weiter ausgedehnt.
Was also hat die Reisefreiheit mit der Globalisierung zu tun? Gar nichts!

 

8. Vermeintlicher Vorteil der Globalisierung:
Die Kulturen wachsen zusammen - "alle Menschen werden Brüder!"
Was so nett und anheimelnd klingt, hat leider auch seine Schattenseiten, weil manche Kulturen sich von der westlichen Wertedominanz vereinnahmt und überrumpelt fühlen. Ist unsere profitorientierte Lebenseinstellung wirklich das Maß aller Dinge? Vielleicht entpuppt sich der gesellschaftliche Egalisierungsprozess eher als Fluch denn als Segen. Es wäre vermessen und vor allem verfrüht, über diesen Punkt ein abschließendes Urteil zu fällen.

 

9. "Vorteil" der Globalisierung:
Viele Menschen werden steinreich!
In der Tat gibt es viele Nutznießer, die sich an der Globalisierung eine goldene Nase verdienen. Zu ihnen zählen zum Beispiel Spekulanten, Investoren, Börsenmakler, Investmentbanker und Manager, die zum Teil aberwitzige Provisionen, Boni und Gehälter kassieren. In guten Zeiten kamen einige Investmentbanker in den USA als Angestellte auf Jahreseinkommen von über einer Milliarde Dollar. Klar doch, das all diese Nutznießer die Globalisierung verteidigen wie ein Heiligtum.

Aber es gibt noch eine ganze Anzahl weniger auffälliger Profiteure der Globalisierung. Das sind zum Beispiel all die hochbezahlten Firmenvertreter, die im Ausland den Vertrieb und die Produktion organisieren und kontrollieren. Desweiteren gibt es eine Vielzahl von Leuten, die sich als Globalisierungsgewinnler fühlen (es in Wirklichkeit aber gar nicht sind), weil ihr Betrieb Produkte für den Weltmarkt herstellt oder Importwaren vertreibt. Zwar haben die Mitarbeiter der Global Player bei der Lohnentwicklung seit 1980 besser abgeschnitten als andere Beschäftigte, dennoch lägen auch ihre Reallöhne ohne das widerliche globale Lohndumping heute deutlich höher.

Last but not least gibt es auch noch heimliche Nutznießer, nämlich solche, die sich für globalisierungsfreundliche Stellungnahmen oder politische Einflussnahme bezahlen oder gar bestechen lassen. Wer sich also wundert, warum manche Leute Globalisierungskritiker verleumden und attackieren, sollte über diesen Punkt ruhig etwas länger nachdenken.

Wie man sieht, bleibt bei genauerer Betrachtung von den vermeintlichen Vorteilen der Globalisierung nicht viel übrig. Es kann sein, dass es einigen hundert Millionen Menschen durch die Globalisierung besser geht. Sicher aber scheint, dass einige Milliarden Menschen dafür bluten müssen und dass die Globalisierung den Wohlstandsanstieg in den "reichen" Nationen zum Erliegen gebracht hat. Ohne Globalisierung hätte sich der Wohlstand in der westlichen Welt seit 1980 in etwa verdoppelt - da wäre es ein Klacks gewesen, die Entwicklungshilfen für die armen Länder zu vervielfachen. Mit diesen Geldern hätte man vermutlich weit mehr erreicht, als es die Globalisierung in einigen Schwellenländern vermocht hat.

 

Die Nachteile der Globalisierung:
Die Verfechter der Globalisierung schwärmen von der allgemeinen Wohlstandsmehrung durch die Globalisierung und philosophieren pathetisch von einem Zusammenwachsen aller Völker. Doch was bleibt wirklich, wenn man den Nebel der Wunschträume und Verschleierungen zu durchdringen versucht? Welche gravierenden Nachteile bringt die Globalisierung mit sich?

 

1. Nachteil der Globalisierung:
Wohlstandsverlust in den Industrieländern!
Vor der durch den Zollabbau künstlich entfachten Globalisierung ist der Wohlstand recht rasant von Jahr zu Jahr angestiegen (alle 25 Jahre hat er sich in etwa verdoppelt).
Nach dem massiven Zollabbau (
um 1980 herum), dem angenommenen Beginn der Globalisierung, endete das stete Wohlstandswachstum. In einigen Ländern (z. B. Deutschland) kam es sogar zum Wohlstandsabbau (Verringerung der realen Nettolöhne).
Manche westliche Staaten versuchten den drohenden Niedergang über die Druckerpresse (Geldvermehrung) und durch eine Billigzinspolitik aufzuhalten. Wobei sie die Entstehung von Spekulationsblasen (bei Immobilien und Aktien) und die schleichende Enteignung der Sparer sowie die wachsende Gefahr einer Hyperinflation oder Weltwirtschaftskrise leichtfertig in Kauf nahmen.

 

2. Nachteil der Globalisierung:
Jobverlust in den Industrieländern!
Durch die Globalisierung vollzog sich (u. a. auch in Deutschland) ein Wandel von der Vollbeschäftigung zur Massenarbeitslosigkeit. Viele traditionelle Produktionsbereiche wurden nahezu ausgerottet (Kameras, Computer, Handys, Textilien, Haushaltsgeräte, Büromaschinen usw.). Deren gut ausgebildete Facharbeiter fielen in ein tiefes Loch oder mussten mit hohen Kostenaufwand umgeschult werden (um dann oft zu weit schlechteren Konditionen in anderen Branchen unterzukommen).
Die Zukunftsperspektiven sogar der jungen Leute haben sich vielerorts dramatisch verschlechtert (
Generation Praktikum). Eine durch die Billiggeldschwemme ausgelöste Scheinblüte soll indes von den wahren Gegebenheiten ablenken. Die dreiste Proklamation des Fachkräftemangels!

 

3. Nachteil der Globalisierung:
Viele Entwicklungsländer bleiben arm!
Nicht einmal das natürliche Wirtschaftswachstum, das sich eigentlich zwangsläufig durch immer neue Erfindungen und Fertigungsmethoden ergibt, kann sich mehr durchsetzen.
Der mörderische globale Wettkampf lässt vielen kleinen Firmen in den armen Ländern keine Überlebenschance. Ein Land, das von der Konkurrenz schon im ersten Wachstumsstadium von ausländischen Produkten überrollt wird, kann keine eigene, solide Volkswirtschaft aufbauen.

 

4. Nachteil der Globalisierung:
Die Globalisierung zerstört die Prinzipien der Markwirtschaft!
In einem intakten Binnenmarkt herrscht ein fairer Wettbewerb, in dem sich die Interessenkonflikte von Arbeit und Kapital zum Nutzen aller auslgeichen. Die Globalisierung zerstört jedoch diese Basis des produktiven Fortschritts: Das Kapital kann ungeniert schalten und walten wie es will und dort investieren, wo es die günstigsten Bedingungen vorfindet (niedrigste Arbeitskosten, niedrigste Steuern, höchste Subventionen).
Die Globalisierung hat dem Kapital alle Tore geöffnet, um die Völker und die Staaten dieser Welt zu erpressen und auszunehmen.

 

5. Nachteil der Globalisierung:
Die Globalisierung beschert einen eskalierten Warentourismus.
Weltökonomisch völlig sinnlos werden heute Waren und Zubehörteile rund um den Globus hin- und hergeschoben. Zum Schaden für die Umwelt (und oft sogar am Finanzamt vorbei). Milliarden Tonnen von Feinstaub und Kohlendioxyd gelangen dabei in die Luft und bringen Zigmillionen Menschen Krankheit und Tod (ein Umstand, der in der Öffentlichkeit kaum Erwähnung findet). Der aufgeblähte Warentransport ist mitverantwortlich für die sich anbahnende Klimakatastrophe. (Globalisierung und Umweltschutz)

 

6. Nachteil der Globalisierung: Umweltdumping
Im weltweiten Buhlen um Kapital und Investoren wird auch der nationale Umweltschutz vernachlässigt. Ein Staat kann nicht mehr das anordnen, was ökologisch sinnvoll und machbar wäre. Hunderttausende Fabriken wurden bereits wegen zu hoher Umweltauflagen nach Asien verlagert. Die Globalisierung (= der Zollabbau) sorgt also nicht nur für ein weltweites Lohn- und Sozialdumping - auch der Umweltschutz ist im weltweiten Standortwettbewerb ein lästiger Kostenfaktor.

 

7. Nachteil der Globalisierung:
Förderung des Atomstroms!
Der globale Dumpingwettbewerb bestimmt auch die Stromerzeugung. Billiger Atomstrom setzt sich vielerorts trotz aller Risiken durch. Ein Staat, der aus der Atomstrom-Abhängigkeit aussteigen will, muss um seine Wettbewerbsfähigkeit fürchten.

Fortsetzung "Die Nachteile der Globalisierung"

 

Globalisierung - Hintergrund & Analyse: AusflüchteAuswirkungenDefinitionDeutschlandDigitalisierung Erklärung EntwicklungsländerFaktenKapitalismusLohnentwicklung NachteileProbleme ProtektionismusReferateVollbeschäftigungVorteileVorurteile Weltwirtschaftsgipfel WirtschaftWirtschaftsboomWohlstand Zukunft

Eine herzliche Bitte: Sollte Ihnen dieser Artikel (http://www.anti-globalisierung.de/vorteile-nachteile.html) gefallen haben, empfehlen Sie ihn bitte weiter. Denn nur die allgemeine Aufklärung der Bevölkerung ebnet den Weg für notwendige Veränderungen. Es dankt Ihnen Manfred J. Müller

 

Unpopuläre Wahrnehmungen:
Fridays for Future? Ist der Klimawandel eine Folge der Globalisierung?
Der Gesinnungsjournalismus hat sich ausgebreitet!
Ist die Welt nur über den Zoll zu retten?
Fake News verbreiten immer nur die anderen!

 

Startseite www.anti-globalisierung.de
Impressum
© Dieser Text ist die Zusammenfassung einer Studie des unabhängigen, parteilosen Wirtschaftsanalysten und Publizisten Manfred J. Müller aus Flensburg
.

Einige meiner Texte wurden inzwischen auch ins Englische übersetzt.
Und auch ins Französische.

 

Umerziehung: Radikale Ideologien wurden zur Norm erhoben …

Eine Politik der Mitte gibt es in Deutschland schon lange nicht mehr!

Über vier Jahrzehnte hat uns der Radikalismus in Atem gehalten. Vier Jahrzehnte, in denen die Gesetze der Vernunft und Menschlichkeit ausgehebelt und auf den Kopf gestellt wurden. Wer sich gegen den verordneten Irrsinn stemmte, wurde ausgebuht und als Ewiggestriger bezeichnet.
Doch nun ist es an der Zeit, arglistig geschürte Vorurteile und Irrlehren abzubauen. Weil die Folgen der radikalen Politik immer deutlicher zutage treten, weil es immer mehr Menschen dämmert, dass das wahnwitzige globale Lohn-, Konzernsteuer-, Ökologie- und Zolldumping in einer Abwärtsspirale mündet und nur noch über eine hasardeurhafte Billiggeldschwemme getragen wird.

Die Abschaffung ausgleichender Schutzzölle - radikaler geht es nicht!
Die Zollphobie bildet den Kern einer radikal konzernfreundlichen, im Grunde aber äußerst inhumanen Politik. Weil der Zollverzicht die Staaten dieser Welt erpressbar macht. Die Global Player sind damit die Feudalherren der Welt. Sie können jederzeit absurde Forderungen stellen (z. B. Lohnkürzungen, Subventionen und Steuererlasse verlangen) und damit drohen, Fabriken ins Billigausland zu verlagern.

Offene Staatsgrenzen sind alles andere als "normal". Auch sie sind ein höchst radikales Unterfangen.
Denn ein Staat, der keine gesicherten Grenzen hat, ist zwar ein Paradies für Kriminelle, aber kein Paradies für seine steuerzahlenden, schutzbedürftigen Bürger. Was so verklärend als Weltoffenheit gepriesen wird, entpuppt sich in Wahrheit als Preisgabe der eigenen Kultur, der öffentlichen Ordnung, Moral und Sicherheit.

Einen dichtbesiedelten Sozialstaat zum Einwanderungsland zu erklären - wie radikal ist das denn?
Geht's noch? Ist eine extremere Position vorstellbar? Welchen Teufel haben Volksvertreter geritten, die Deutschland als Sozialamt der Welt betrachten (Merkel: "Jeder hat das Recht, in Deutschland Asyl zu beantragen!")? Welche Folgen wird das haben? In Wohnungsnot-Großstädten wie Hamburg haben bereits über 50 % der unter 18-Jährigen einen Migrationshintergrund. Braucht es zu viel Phantasie um zu ahnen, wie das endet?

Radikale Umschichtung: Erwerbslosenfamilien geht es finanziell oft besser als entsprechenden Doppelverdienerhaushalten.
Welch eine Sogwirkung löst allein dieser moralisch äußerst bedenkliche Umstand aus? Dient es der Menschenwürde, wenn hart arbeitende Berufstätige bis zum Umfallen malochen müssen, um mit ihren Abgaben das Dolce Vita krimineller Familienclans zu finanzieren?
Mein Vater hat als Alleinverdiener mit seiner Hände Arbeit ohne jegliche soziale Hilfen (Kindergeld gab es damals noch nicht) sich selbst, seine Frau und seine sechs Kinder ernährt. Heute würden bei gleicher Konstellation einer Hartz-IV-Erwerbslosenfamilie monatlich ca. 3500 Euro netto Bargeld + Warmmiete für eine 150-qm-Wohnung + ca. 1500 Euro an Sonderhilfen zustehen (insgesamt also ca. 6500 Euro netto). Die 6500 Euro gelten in unserem weltoffenen Sozialstaat als Existenzminimum. Wie soll sich Arbeit da noch lohnen?

Ist eine Minuszinspolitik normal - oder ist auch diese "Errungenschaft" höchst radikal?
Die Billiggeldschwemme verwandelt unsere soziale Marktwirtschaft in einen unbeherrschbaren Kasinokapitalismus, in dem Recht und Ordnung verhöhnt werden. Sparer werden nunmehr schleichend enteignet, eine seriöse private Altersvorsorge ist kaum noch möglich. Unrentable Firmen können dank der Billigkredite weiterwursteln und Investitionen werden getätigt, die unter seriösen Umständen völlig indiskutabel wären.

Die Abschaffung der DM - ein ganz normaler Akt?
Natürlich nicht! Eine derartige Geldpolitik ist an Radikalität kaum noch zu toppen. Eine Gemeinschaftswährung kann nun einmal nicht auf die Belange der eigenen Volkswirtschaft abgestimmt werden. Das führt mittel- und langfristig ins Chaos, zur Massenarbeitslosigkeit und zum wirtschaftlichen Siechtum.

Bereits die oben aufgeführten Beispiele verdeutlichen, wie sehr sich unsere Politik radikalisiert hat. Es wäre ein Hohn, diese schleichend vollzogenen Systemveränderungen als "Politik der Mitte" verkaufen zu wollen. Ein Großteil der Bevölkerung betrachtet die obskuren Paradigmenwechsel nur deshalb als normal bzw. alternativlos, weil sie von den Massenmedien entsprechend gepolt wurden.
Objektiv aber ist oft nur der Blick von außen. Wie sehen Japaner, Chinesen oder Amerikaner unsere Weichenstellungen? Kopfschüttelnd? Staunend? Entgeistert? Wer zum Beispiel unsere vermeintliche "Politik der Mitte" mit dem Programm der dänischen Sozialdemokratie vergleicht, wird sich wundern. Denn von Deutschland aus betrachtet erscheinen die dänischen Sozialdemokraten wie Rechtsradikale (obwohl die Dänen ihre Sozis als "links" einordnen).
Das Establishment und die Autonomen in Deutschland haben es verstanden, nahezu unbemerkt die politischen Parameter immer weiter nach links zu verschieben. Was einst die Mitte war, gilt heute als "rechts" oder gar "rechtsradikal", die Ansinnen verblendeter Gutmensch-Traumtänzer dagegen als neue Norm, als Standard.

 

••• NEU:

Kapitalismus, Zollfreihandel, Globalisierung:
DAS KONTRABUCH
Wie funktioniert die grenzenlose Ausbeutung?
Und was müssten unbestechliche Politiker dagegen tun?

Die volkswirtschaftliche Entwicklung ist oft paradox: Da eröffnen uns die genialen technologischen und wissenschaftlichen Fortschritte ungeahnte Möglichkeiten, aber dennoch wird der allgemeine Überlebenskampf in vielen modernen Staaten immer härter und die Existenzängste nehmen dramatisch zu.
Diese Widersprüche seit 40 Jahren achselzuckend zu akzeptieren scheint mir nicht länger hinnehmbar. Denn es sind ja keine Gesetzmäßigkeiten und keine Naturkatastrophen, die den schleichenden Niedergang erzwingen. Es ist vielmehr das perfide System der Ignoranz, Sinnestäuschung und Verlogenheit, das global greift, die Pfründe der Privilegierten schützt und die kapitalistische Welt zu einem spekulativen Tollhaus macht
.
Manfred Julius Müller, 100 Seiten, Format 17x22 cm, 8,90 Euro

Weitere Infos zum Buch …


Manfred Julius Müller analysiert seit über 30 Jahren weltwirtschaftliche Abläufe. Er ist Autor verschiedener Bücher zu den Themenkomplexen Globalisierung, Kapitalismus und Politik. Manche Texte von Manfred J. Müller fanden auch Einzug in Schulbücher oder werden zur Lehrerausbildung herangezogen.
Die Texte & Bücher von Manfred J. Müller sind überparteilich & unabhängig! Sie werden nicht, wie es leider häufig der Fall ist, von staatlichen Institutionen, Global Playern, Konzernen, Verbänden, Parteien, Gewerkschaften, der EU- oder der Kapitallobby gesponsert! Auch nicht indirekt.