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Aber,
aber, aber
Die
kapitalkräftige Globalisierungslobby verfügt
über einen mächtigen Propagandaapparat, der weit
in die Spitzen von Politik und Medien hereinreicht
(entlarvende Merkmale hierfür sind Parolen wie "wir
alle profitieren von der Globalisierung bzw. der
EU"). Es
wird immer wieder versucht, mit Halbwahrheiten zu punkten
und von den eigentlichen Problemen abzulenken. Auch dieses
unschöne Kapitel gehört zur
Globalisierung.
"Aber
uns geht es doch allen so gut...."
Mit
Augenwischerei versucht man abzuwiegeln! Sicher geht es den
Hochlohnländern dank des technologischen Fortschritts
heute finanziell besser als noch vor 100, 80 oder 50 Jahren.
Aber eben doch spürbar schlechter als vor 30
Jahren, als die Globalisierung ihren Anfang nahm.
Zudem ignoriert das weitverbreitete Wohlgefühl die
vielen Loser unserer Gesellschaft. Nur noch die Hälfte
der deutschen Arbeitnehmer verfügt über einen
versicherungspflichtigen Vollzeitjob, von denen bereits
jeder Fünfte im Niedriglohnsektor angesiedelt
ist.
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...
"So
viele Beschäftigte hatten wir noch nie!"
Stolz
verkünden die Agenturen die niedrigsten
Arbeitslosenzahlen seit 1993. Doch wie kommen diese Zahlen
zustande, in welchem Ausmaße wird Bilanzkosmetik
betrieben, welche Rolle spielen Konjunkturprogramme und
Sondereffekte? Näheres
...
"Aber
Deutschland lebt doch vom Export..."
Ewig
geschürte Vorurteile sind kaum aus der Welt zu
schaffen. Mit Bedacht wird deshalb auch ständig auf
unseren angeblichen Exportweltmeistertitel herumgeritten,
der beweisen soll, dass besonders die Deutschen von der
Globalisierung profitieren. Kein
Wort darüber, dass die vermeintlichen "Profiteure" der
Globalisierung seit 30 Jahren Massenarbeitslosigkeit und
reale Lohneinbußen hinnehmen
müssen.
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...
"Aber
wir profitieren doch von den günstigen
Importwaren..."
Auch
in diesem Punkt deckt sich die allgemeine Wahrnehmung nicht
mit der Realität. Denn was nützen scheinbar
günstige Preise, wenn sich die Löhne vom
produktiven Wachstum völlig abgekoppelt haben und sich
im steten Sinkflug befinden?
Als die Hochlohnländer noch nicht von Billigimporten
überschwemmt wurden, stieg die Kaufkraft Jahr für
Jahr - allgemeiner Optimismus lag in der Luft, jeder
arbeitswillige gesunde Mensch hatte eine rosige Zukunft vor
sich.
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"Aber
die Rückwärtsentwicklung der Reallöhne und
Renten hat doch ganz andere Ursachen ..."
Ständig
geschürten Vorurteilen ist kaum beizukommen. Noch immer
fällt ein Großteil der Bevölkerung auf die
geschickte Unschuldspropaganda herein und akzeptiert die
demografische Entwicklung, deutsche Wiedervereinigung oder
die angebliche Marktsättigung als Ursachen für
sinkende Lohneinkommen.
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"Aber
zumindest die Entwicklungsländer profitieren doch von
der Globalisierung ..."
Selbst
diese Theorie lässt sich widerlegen, selbst hierbei
handelt es sich bestenfalls um eine Halbwahrheit. Denn die
größten Fortschritte haben Länder
vollbracht, die sich politisch verändert und ihr
Wirtschaftssystem umgestellt haben (von der Planwirtschaft
zur Marktwirtschaft).
Vergessen
wird: Auch vor Erfindung des Zollabbaus (der Globalisierung)
gelang ehemals rückständigen Ländern der
Aufstieg zu den Industrienationen und verbesserte sich dank
neuer Produktionstechniken deren Wohlstand.
Es ist schon fast infam: Hunderte Millionen billiger
Arbeitssklaven in den Entwicklungs- und
Schwellenländern werden erbarmungslos durch das globale
Dumpingsystem ausgebeutet und wir brüsten uns damit,
wie sehr wir doch diesen Menschen geholfen
haben.
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...
"Aber
wir müssen uns doch sowieso vom steten Wachstum
verabschieden ..."
Stimmt.
Ein grenzenloses Wachstum kann es nicht geben, denn die
Weltbevölkerung nimmt immer noch zu und die Ressourcen
sind begrenzt. Aber die steigende Produktivität muss ja
nicht zwangsläufig im wachsenden Konsum münden.
Denkbar wäre auch eine Rückbesinnung auf die
Lebensqualität - also weniger Stress, weniger
Umweltbelastung, geringere Arbeitszeit usw.
In den letzten 30 Jahren hat sich die Produktivität in
etwa verdoppelt. Was ein Werktätiger 1980 in 40 Stunden
erarbeitete, schafft er heute (im Durchschnitt) in 20
Stunden. Nur wegen des globalen Dumpingwettbewerbs geht
diese Rechnung nicht mehr auf. Näheres
...
"Aber
gegen die Globalisierung kann man doch eh nichts machen
..."
Wieder
so ein Argumentationstrick, mit dem die Bevölkerung
verdummt werden soll. Einen vernünftigen Welthandel gab
es schon immer - die Eskalation zur Globalisierung trat erst
ein, als die Zölle massiv abgebaut wurden. Dadurch
führen die horrenden Lohnunterschiede zum globalen
Dumpingwettbewerb, dem die meisten Industriebereiche in
Deutschland bereits zum Opfer
fielen.
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Die
obigen Ausführungen bieten nur einen kleinen Einblick
in die Vielschichtigkeit der professionellen
Verdrängungsrhetorik.
Ausführliche Informationen über das gesamte
Ausmaß der Misere, über Konzepte zur Beendigung
des globalen Dumpingsystems und gezielte Maßnahmen zur
Bändigung des Turbokapitalismus liefert das
Buch
"DAS
KAPITAL und die
Globalisierung".
"Es
gibt nicht verschiedene Wahrheiten - es gibt nur
unterschiedliche Ansichten.
Und unterschiedliche Ansichten gibt es nur, weil bittere
Wahrheiten verdrängt werden."
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