|
Die deutsche Schicksalsfrage: Die Senkung und Abschaffung der Lohnnebenkosten
Wie weit muss ein Land sinken, bevor die Politik sich bequemt, einen Irrweg zu korrigieren? Am Beispiel Deutschland wird sich diese Frage vielleicht eines Tages beantworten lassen. Sicher ist bislang nur, dass ein Vierteljahrhundert für einen solchen Lernvorgang zu kurz bemessen ist. Denn 25 lange Jahre ist es bereits her, seit die politische Intelligenz das Arbeitslosenproblem zu lösen versucht. Das Resultat aller Anstrengungen ist niederschmetternd: Aus einer Million wurden fünf Millionen Arbeitslose. Die ungeeigneten Methoden zur Arbeitslosenbekämpfung haben nicht nur das Gegenteil bewirkt, sie haben auch noch völlig neue Problemfelder aufgerissen. Die neoliberale Marschrichtung in Richtung Lohn- und Sozialabbau bei gleichzeitiger Senkung der Konzernsteuern bezahlen wir inzwischen mit einer horrenden Staatsverschuldung und einem Abwärtstrend beim Lebensstandard. An
den wahren Ursachen der Misere wird sich
vorbeigemogelt! Obwohl die Politik also im Grunde völlig versagt hat, macht sie weiter auf Optimismus und hält unbeirrt den bisherigen Kurs bei. Stur und arrogant lautet die überparteiliche Parole: Weiter so, wir sind auf dem rechten Weg. Die Reformen gehen aber noch nicht weit genug. Was will man der Bevölkerung denn noch alles zumuten? Welches Ziel verfolgt man, nach welcher Logik handelt man? Durch den Abbau von Zollgrenzen und den Verzicht auf eine eigene Währung befindet sich Deutschland in einem gnadenlosen Wettbewerb mit allen Billiglohnländern dieser Erde. Strittig ist, welche Konsequenzen aus dieser bewusst angeheizten Globalisierung zu ziehen sind. Die herrschende Klasse behauptet, es gäbe zur allgemeinen Kostensenkung keinerlei Alternative. Im Klartext bedeutet diese Richtlinie nichts anderes als eine ständig fortschreitende Annäherung an die ausländische Billigkonkurrenz, die gerade dabei ist, mit Riesenschritten den technologischen Rückstand aufzuholen. Ich halte das Beharren am obigen Konzept nicht nur für inakzeptabel, sondern auch für unverschämt! Wie kann man eine Sache weiterbetreiben, die sich so eindeutig als falsch erwiesen hat? Nie und nimmer können wir den weltweiten Dumpingwettbewerb gewinnen, schon wegen der immensen Staatsschulden, die es zu Schultern gilt. Und auch in der Bevölkerung führt der andauernde Abwärtstrend irgendwann zum Kollaps, weil schließlich auch Privatleute feste Zahlungsverpflichtungen haben, denen sie bei sinkendem Arbeitseinkommen nicht mehr nachkommen können.
Stetige Senkung der Lohnnebenkosten - der Sozialstaat muss über die Mehrwertsteuer finanziert werden Ist nun der Weg des schleichenden Niedergangs tatsächlich vorgegeben, können wir diesem Schicksal nicht entkommen? - O doch, wir können! Es gibt Alternativen, auch wenn dies vehement bestritten oder ignoriert wird. Eine Alternative möchte ich hier vorstellen: Seit ca 20 Jahren propagiere ich eine Lohnkostenreform. Es handelt sich hierbei nicht um die Quadratur des Kreises, sondern um simpelste Überlegungen über natürliche Wirtschaftsabläufe. Gefordert wird von mir die allmähliche Umfinanzierung der Sozialsysteme. In Zeiten der Globalisierung ist es ausgesprochen dumm und töricht, die Lohnkosten über die Sozialbeiträge künstlich in die Höhe zu treiben. Würden die Sozialkassen dagegen zunehmend über die Mehrwertsteuer bedient, ergäbe sich ein mehrfacher Nutzen: Erstens verbilligen sich hierzulande die Bruttolöhne und damit auch die Fertigungskosten - und zweitens verteuern die höheren Mehrwertsteuern die Importe. Durch diesen Doppeleffekt wird der weiteren Ausblutung unserer Wirtschaft ein Riegel vorgeschoben. Produktionsauslagerungen ins Ausland werden sich nur noch bedingt lohnen, umgekehrt wird es sich aber wieder rentieren, Konsumgüter aller Art im eigenen Land herzustellen. Damit verflüchtigt sich letztlich auch das Erpressungspotential der Konzerne und des Geldadels. Mit der schrittweisen Umfinanzierung der Sozialsysteme kommt es also ganz von allein, ohne weitere staatliche Eingriffe und Subventionen, zum Abbau der Massenarbeitslosigkeit und damit zum steten Anstieg der Reallöhne. Die Zukunft eines Landes wird im Wesentlichen bestimmt durch die Leistungsfähigkeit seiner Volkswirtschaft. Deshalb dürfen wir es nicht länger hinnehmen, dass der natürliche Wirtschaftskreislauf zum Spielball einer von Spekulanten entfachten Globalisierungshysterie wird.
Home (Eingangsseite www.anti-globalisierung.de)
© Manfred J. Müller, Flensburg, Dezember 2004
Ab sofort im Internet-Buchhandel lieferbar: Die
Welt ist anders, als uns vorgegaukelt
wird! Wer
dieses merkwürdige Paradoxon und die
Globalisierung verstehen möchte, findet in
meinem Buch "DAS KAPITAL und die Globalisierung"
die entlarvenden Antworten. Ohne falsche
Rücksichtnahmen werden die schlimmsten
politischen Irrtümer und Fehler schonungslos
aufgedeckt und die überfälligen
Korrekturmaßnahmen eingefordert. DAS
KAPITAL
und die
Globalisierung Was
macht es für einen Sinn, den wirklich
relevanten Fragen immer wieder auszuweichen und nur
auf politische Korrektheit (was immer das auch sein
mag) zu achten? Manfred Julius Müller analysiert seit 30 Jahren weltwirtschaftliche Zusammenhänge und veröffentlicht brisante Aufsätze zu den heikelsten Themen. Er entwickelte neue Wirtschaftstheorien, die weltweit neue Maßstäbe setzten und in manchen Ländern in wichtigen Bereichen die Gesetzgebung beeinflussten. Seine Websites erreichen im Jahr etwa eine Million Besucher. Inzwischen sind auch einige Bücher erschienen, u. a. die Trilogie "DAS KAPITAL".
|
|
|||||