Sind wir noch immer die Herrenrasse?

Nachdem seit Beginn der Globalisierung Anfang der 1980er Jahre die deutschen Reallöhne und Renten um ca. 20 Prozent gesunken sind (trotz Wirtschafts- und Produktivitätswachstums) und das wahre Ausmaß der Massenarbeitslosigkeit nur noch mühsam kaschiert werden kann (durch Frühverrentung, ABM-Maßnahmen 1-Euro-Jobs usw.), wird noch immer das deutsche Volk beschwichtigt.

Es sei alles im Lot, heißt es von offizieller Seite, allein der EU und Globalisierung verdanken wir unseren Wohlstand (wie entstand er dann zuvor), die internationale Arbeitsteilung funktioniert:
"Wir hier in Deutschland werden auch weiterhin die Produkte entwickeln, die dann in Fernost von billigen Arbeitskräften produziert werden".

Ich kann es nicht verhehlen: Ich schäme mich für diese arrogante abgehobene Einstellung. Haben wir denn so gar nichts aus der Nazidiktatur gelernt, begreifen wir uns noch immer als auserwählte Rasse, als Herrenmenschen?

 

Sind die Väter der Globalisierung Volksverhetzer?

Die asiatischen Völker, allen voran die Chinesen und Inder, lediglich als Fabrikarbeiter zu deklassieren, die nach unseren Ideen und Anweisungen für wenig Geld unsere Konsumartikel herstellen, das ist nicht nur geschmacklos, es geht auch völlig an der Realität vorbei.

Denn schon heute wird in China weit mehr Hochtechnologie erforscht und entwickelt als in unserem kleinen Deutschland. Die Zahl der jährlichen chinesischen Ingenieursabsolventen übersteigt das deutsche Niveau um das Zehnfache.

Glauben unsere Volksvertreter hierzulande immer noch an den Weihnachtsmann, erwartet man, den Technologievorsprung, der bei uns nur noch geringfügig in wenigen Bereichen vorzufinden ist, auf längere Zeit halten zu können?
Die Chinesen als unsere verlängerte Werkbank zu betrachten ist in meinen Augen Volksverhetzung hoch drei. Warum regt sich niemand darüber auf, warum schreitet niemand ein?

Ich kann mir schon denken, warum man diese selbstgefällige Arroganz nicht nur duldet, sondern auch noch pflegt: Die Deutschen sollen auch weiterhin an die Vorteile der zollfreien Grenzen und der daraus resultierenden "internationalen Arbeitsteilung" glauben. Sie sollen nicht aufbegehren, nicht die Globalisierung abschalten wollen, weil das Kapital am globalem Dumpingwettbewerb klotzig verdient.

Also Volksverdummung bis zum Untergang.

 

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 © Manfred J. Müller, Flensburg - Dezember 2006

 


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Manfred Julius Müller analysiert seit 30 Jahren weltwirtschaftliche Zusammenhänge und veröffentlichte unzählige Aufsätze zu den verschiedensten Themen. Er entwickelte neue Wirtschaftstheorien, die weltweit neue Maßstäbe setzten und in manchen Ländern in wichtigen Bereichen bereits die Gesetzgebung beeinflussten. Inzwischen sind auch einige Bücher erschienen, u. a. "Das Kapital und die Globalisierung".