Nachtrag zum Artikel "Aber wir sind doch Exportweltmeister"

 

Das Ausland macht Druck -
scharfe Kritik am "Exportweltmeister" Deutschland

 

Angesichts der seit 2008 grassierenden Weltwirtschaftskrise übt das Ausland zunehmend Druck aus und verlangt, "Deutschland müsse seinen Verpflichtungen besser nachkommen und nicht nur vom Export leben".

Würde die ausländischen Regierungen wissen, dass unsere Exporte zum Teil nur auf dem Papier stehen, wäre die Kritik unberechtigt und überflüssig.
So aber muss zwangsläufig der Verdacht aufkommen, dass wir anderen Ländern dringend benötigtes Eigenkapital entziehen.

 

Was wäre die Konsequenz?

Doch einmal angenommen, unsere schöne Exportbilanz würde der Wahrheit entsprechen, was sollte Deutschland dann machen? Erwartet wird wahrscheinlich, dass in Deutschland die Reallöhne erhöht werden (obwohl das ja nicht so einfach von oben verordnet werden kann).

Dies würde die Exporte verteuern (also erschweren) und gleichzeitig den inländischen Konsum ankurbeln (was die Einfuhrquote weiter ansteigen lässt). Der vermeintliche Exportüberschuss würde somit abschmelzen.

Doch was wären die weiteren Folgen? Die Massenarbeitslosigkeit würde weiter ansteigen (dadurch auch wieder der Reallohn absinken), die Finanzierung dieses merkwürdigen Sozialstaates immer schwieriger.

Aus dieser Abwärtsspirale gäbe es kein Entkommen, weil wegen der hohen Löhne eine Renaissance ausgestorbener Industriezweige nicht zu erwarten ist (Deutschland wird auch weiterhin seine meisten Konsumartikel aus dem Ausland beziehen und viele Markenartikler werden sich an diesem Dumpingsystem bereichern (nach dem Motto: Im Ausland billigst produzieren und im Hochlohnland teuer verscherbeln).

Wenn Deutschland eine eigene Währung hätte, könnte das anwachsende Ungleichgewicht zumindest teilweise über eine Geldentwertung ausgeglichen werden - aber der Euro verhindert auch diesen natürlichen Mechanismus.

Aus der Misere heraus käme Deutschland nur durch Wiedereinführung von Zollgrenzen und Zollanhebungen oder aber über eine Mehrwertsteueranhebung.

 

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 © Manfred J. Müller, Flensburg, November 2009


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Manfred Müller analysiert seit 30 Jahren weltwirtschaftliche Zusammenhänge und veröffentlichte unzählige Aufsätze zu den verschiedensten Themen. Er entwickelte neue Wirtschaftstheorien, die weltweit neue Maßstäbe setzten und in manchen Ländern in wichtigen Bereichen bereits die Gesetzgebung beeinflussten. Inzwischen sind auch einige Bücher erschienen, u. a. "Das Kapital und die Globalisierung".