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"Ohne Globalisierung wäre der Klimawandel nicht zu bewältigen!" Stimmt diese Behauptung?
Von der Globalisierungslobby ist man sicher einiges gewohnt. Dass weltweit Hundertausende in den Diensten der Konzerne stehende Fürsprecher rund um die Uhr damit beschäftigt sind, die Auswirkungen der Globalisierung zu beschönigen, regt niemanden mehr auf. Was aber angesichts des drohenden Klimawandels abläuft, ist an dreister Propaganda kaum noch zu überbieten. Allen Ernstes wollen die angeheuerten Lobbytruppen nun auch noch der Welt weismachen, dass allein die Globalisierung die drohende Klimakastrophe abwenden könnte. Gestützt wird diese absurde These auf zwei Grundsatzlügen: Die erste lautet: "Nur die Globalisierung ermöglicht internationale umweltschützende Abkommen". Als zweites wird argumentiert: "Allein die Globalisierung gestatte die Verbreitung umweltfreundlicher Technologien".
Beide Behauptungen halte ich für unwahr und anmaßend! Denn internationale Abkommen hat es schon immer gegeben, auch vor der Globalisierung. Zudem sind die Ergebnisse der internationalen Abkommen im Umweltbereich äußerst spärlich. Das magere Kyoto-Abkommen wurde von den wichtigsten Staaten bis heute nicht unterzeichnet. Es verhält sich doch genau umgekehrt: Gerade die Globalisierung verursacht durch den Zollabbau einen gnadenlosen Verdrängungswettbewerb. Wer überleben will, muss bei gleicher Qualität billiger produzieren als die weltweite Konkurrenz. Wie aber will man die Konkurrenz schlagen, wenn man sich mit teuren Umweltauflagen herumplagen muss? Die Globalisierung entpuppt sich geradezu als Hemmschuh für den Umweltschutz! Wir erleben doch immer öfter, dass teure umweltfreundliche Produktionsanlagen im Westen auch deshalb stillgelegt werden, weil in den Schwellenländern die Anforderungen diesbezüglich wesentlich geringer sind. Wer nun vorgibt, die Globalisierung könne doch immerhin zur rascheren Verbreitung neuer Umwelttechnoligen beitragen, ignoriert die oben aufgeführten Tatbestände und den Umstand, dass es einen technologiefördernden Welthandel auch schon vor Erfindung des weltweiten Dumpingsystems (der Globalisierung) gegeben hat. Ohne Globalisierung wären die Realeinkommen in Deutschland seit 1980 um etwa 90 % gestiegen - anstatt um 20 % zu fallen. Parallel zu den Löhnen wären auch die Steuereinnahmen gestiegen. Allein dies verdeutlicht schon, welch finanziellen Mittel zur Erforschung umweltfreundlicher Produkte und CO2-freier regenerierbarer Energien ohne das weltweite Dumpingsystem weltweit zur Verfügung stünden. Die Loslösung von den fossilen Energien und dem Atomstrom ist eine Herkulesaufgabe vergleichbar mit den NASA-Projekten der USA in den 1960er Jahren (der wir viele bahnbrechende Erfindungen verdanken). Hätte es damals schon die Globalisierung gegeben, wäre das teure Mondlandeunternehmen bereits am Geldmangel gescheitert.
Warentorurismus als Umweltschutzmaßnahme? Der Ordnung halber sei noch angemerkt, dass der durch vielfache Subventionen und Zollabbau angeheizte globale Warentourismus alles andere als umweltschonend ist. Milliarden Tonnen nicht regenerierbaren Erdöls werden vergeudet und in krebserregendem Feinstaub und in Treibhausgase umgewandelt, um den stetig zunehmenden Frachtverkehr zu bewältigen. Und das alles nur, um die Reallöhne weiter unter Druck setzen zu können und den Lebensstandard zu senken. Wer will da noch von Vernunft reden?
Ist
es umweltfreundlich, wenn die Einzelteile einer
elektrischen Zahnbürste aus fünf
Erdteilen bezogen werden, um dann in einem
entlegenen Billiglohnland zusammengefügt zu
werden? Warum
steigt und steigt selbst in Deutschland das
Transportaufkommen, wo doch die Kaufkraft sinkt und
viele technische Produkte (Fernseher, Computer)
immer kleiner werden.
Home (Eingangsseite www.anti-globalisierung.de) © Manfred J. Müller, Flensburg
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