Globalisierungs-Literatur Die
Globalisierung dominiert heute jede nationale Politik. Der
Umgang mit der Globalisierung entscheidet letztlich
über Aufstieg und Niedergang eines jeden
Staates. Welche
Bücher sind im Zeitalter der Globalisierung am besten
geeignet, die politischen Probleme richtig zu deuten und
einen Weg aus der sich anbahnenden Katastrophe zu
weisen? Natürlich
handelt es sich auch bei diesen Kurz-Rezensionen nur um
persönliche Einschätzungen und nicht etwa um
amtliche Expertisen. Sollten Sie in dem einen oder anderen
Fall ganz anderer Meinung sein, dürfen Sie sich gerne
im Forum dazu äußern. Atlas der
Globalisierung Globalisierung
verstehen: Unsere Welt in Zahlen, Fakten,
Analysen Manfred
Julius Müller In
der Öffentlichkeit wird nur diskutiert über
Einzelaspekte, zum Beispiel über den Mindestlohn,
Umweltschutz, Bankenpleiten, Spekulanten, steigende Preise
für Nahrungsmittel, Benzin und Strom, unterbezahlte
Zeitarbeit, Minijobs, Massenarbeitslosigkeit, Armutsrenten,
Pendlerpauschale, Studiengebühren usw.. Doch
bei diesen Debatten dreht man sich nur im Kreis, weil derlei
Themen nicht separat betrachtet werden können - man
muss sie im Kontext zur Gesamtlage sehen. Erst wenn man die
Mechanismen der Weltwirtschaft zu deuten versteht, kann man
auch solide Konzepte erarbeiten. Mein neues Buch soll die
komplexen Zusammenhänge aufzeigen und deutlich machen,
wo man mit Reformen ansetzen muss, um die Probleme
nachhaltig zu lösen. "Welchen
Wert haben reißerische Bücher über die
wirtschaftlichen Probleme Deutschlands, wenn das
herausragende Phänomen der sinkenden Reallöhne bei
steigender Produktivität einfach ignoriert
wird?" Wie
sehr manche Leute die Analysen dieses Buches fürchten
erkennt man auch an den unqualifizierten "Leserrezensionen",
die offenbar eine Verbreitung dieses Buches verhindern
sollen. Jerry
Mander Atlas der
Globalisierung Christiane
Grefe, Mathias Greffrath, Harald Schumann Hans-Olaf
Henkel Musterbuch
der neoliberalen Propaganda! Glaubt
Herr Henkel wirklich, was er predigt? Meint er, man
könne mit einer ständigen Erhöhung des
Leistungsdrucks und immer weiterem Sozialabbau mit den
weltweiten Billigstlöhnen auf Dauer konkurrieren?
Glaubt er, die Globalisierung fördere die
Marktwirtschaft, wo doch weltweit ein völlig
ungleicher, irrationaler Wettkampf tobt? Henkel und
seine Glaubensgenossen gehen immer wieder von der falschen
Annahme aus, dass es souveräne Staaten mit
entsprechenden Zollgrenzen (die den unfairen Wettbewerb
ausgleichen) nicht mehr geben darf. Erst wenn
es auf der Erde nur noch ein einziges Land, also eine
Weltregierung geben würde, hätten manche
neoliberalen Thesen eine gewisse Berechtigung. Dann
gäbe es aber auch überall einheitliche Bedingungen
(gleiche Steuern, gleiche Soziallasten, gleiche Zinsen,
gleiche Geldpolitik, gleiches Preisniveau, gleiches
Lohnniveau, gleiche Ökostandards usw.). Gabor
Steingart Manfred
Julius Müller Deutschland
könnte ganz anders dastehen - Vollbeschäftigung
und steigende Löhne und Renten wären eine
Selbstverständlichkeit, wenn man dem globalen
Dumpingwettbewerb Paroli bieten würde. Dem Autor
gelingt es, die Durchführbarkeit des zunächst
utopisch anmutenden Ziels verständlich und
überzeugend darzulegen. Müller
verdeutlicht, dass nur wenige Maßnahmen bei der
Lösung der deutschen Probleme wirklich greifen
würden, sie werden aber leider in den Medien nicht
diskutiert. Die Öffentlichkeit wird abgespeist und
unterhalten mit Plazebo-Reformen, die kaum positive
Auswirkungen haben können und die komplexen globalen
Zusammenhänge nur am Rande tangieren. Der Autor
macht Schluss mit den gut inszenierten Ablenkungs- und
Vertröstungsmanövern, mit denen die
Bevölkerung nun schon seit einem Vierteljahrhundert
hingehalten wird. An die Stelle von vagen Hoffnungen und
Versprechungen setzt er konkrete nachvollziehbare
Perspektiven. Anders als die meisten Politiker setzt
Müller nicht auf einen niedrigen Ölpreis, eine
bessere Weltkonjunktur, auf Erfolge von Hartz IV,
irgendwelchen Umverteilungen oder Steuervereinfachungen -
sondern wendet sich den großen Tabuthemen zu, die aus
der öffentlichen Debatte immer noch herausgehalten
werden. Meinhard
Miegel Manfred
Julius Müller Helmut
Schmidt Wolfgang
Kessler C.
Christian von Weizsäcker Frederique
Sachwald Hans-Werner
Sinn Anthony
Giddens George
Soros Manfred
Julius Müller Hans-Peter
Martin, Harald Schumann Viviane
Forrester Woran
krankt die Globalisierungs-Literatur? Es
scheint, als seien fast alle Autoren nur an einem
Verkaufserfolg ihres Buches interessiert. Beliebt
und trendig sind seit Jahren neoliberale
"Aufklärungsbücher". Sie liefern meist ein
Spiegelbild der einseitig gelenkten Meinungsdoktrin und
werden deshalb auch von den Medien eifrig bestaunt und
bejubelt. Dabei sind die Inhalte in der Regel banal und
lächerlich. Immer nach dem gleichen Strickmuster werden
die vermeintlichen Ursachen der wirtschaftlichen Probleme
herausgearbeitet und dann nahezu deckungsgleiche Reformen
vorgeschlagen, nämlich Lohnkürzungen,
Flexibilisierung, Sozialabbau. Der krasse Widerspruch zur
Logik, wieso
der stetige Produktionsfortschritt zur Verarmung führen
soll,
wird einfach ignoriert. Nicht
weniger einseitig und weltfremd sind auf der Gegenseite die
kämpferischen Anklageschriften gegen das
Großkapital. Die Machenschaften der Konzerne aufdecken
- so etwas macht sich immer gut und liest sich oft so
spannend wie ein Roman. Bloß bewirken diese
Hetzschriften leider wenig - der Leser darf sich verstanden
fühlen, darf gedanklich Dampf ablassen und das war's
dann auch schon. Seit erscheinen der Globalisierungsfalle
1996 wird mit oft ähnlichen Fällen auf dieser
erfolgreichen Welle herumgeritten. Seit der
Weltwirtschaftskrise 2008 stehen die Auswüchse des
Bankwesens im Fokus. Aber auch hier wird meistens zu klein
gedacht - weil nämlich auch das zügellose und
nahezu unkontrollierebare Finanzsystem nur eine
Folgeerscheinung der Globalisierung (des Zollabbaus)
ist. Aber es
gibt noch weitere Mängel, selbst bei den
Bestsellern: 1.
Aufgeblasene Umstandspinsel strapazieren die Nerven ihrer
Leser. Ehe so mancher Autor auf den Punkt kommt, haben
viele Leser bereits das Buch frustriert beiseite gelegt.
2.
Eigene Ideen sind in der Regel Mangelware. Man
beschränkt sich auf eigenwillige Analysen und
Elendsbeschreibungen. Die Schlussfolgerungen sind selten
überzeugend. 3.
Man klammert sich an Optimierungsvorschlägen. Es
gibt nichts, was sich nicht verbessern ließe.
Natürlich wären weniger Bürokratie, bessere
Schulen, ein einfacheres Steuersystem, weniger Schwarzarbeit
usw. wünschenswert. Aber das alles sind ständige
Herausforderungen, man bemüht sich bereits seit
Jahrzehnten darum. Sie immer wieder als neue Ideen zu
verkaufen ohne gleichzeitig konkrete Verfahren aufzuzeigen,
ist geradezu lächerlich. 4.
Genau so unergiebig sind die vielen utopischen
Vorstellungen, mit denen manche Autoren die Welt
verbessern wollen. Was nützen Ideen, die sich niemals
durchsetzen lassen, weil sie ein einheitliches Vorgehen
aller Staaten voraussetzen? 5.
Neoliberales Einerlei: Autoren, denen gar nichts mehr
einfällt, kramen verbissen das neoliberale Gedankengut
aus der Klamottenkiste. Eine weitere Flexibilisierung des
Arbeitsmarktes, Aufweichung der Flächentarife, mehr
subventionierte Billigjobs, Kürzung sozialer Leistungen
- auf dem Tummelplatz der Einfältigkeit finden sich
für minderbegabte Wichtigtuer schier
unerschöpfliche Experimentierfelder. 6.
Missbrauch der Statistik. Schon Churchill hat
erkannt, dass Statistiken das beste Mittel seien, um
Falsches als richtig erscheinen zu lassen. Viele
Erfolgsautoren stützen ihr abenteuerlichen Thesen mit
manipulierten Daten und Statistiken. Es gibt eigentlich
keinen Blödsinn, der sich nicht durch Zahlentricks
eindrucksvoll belegen ließe. Aktuelles Beispiel: Nach
den Kommunal- und Landtagswahlen im September 2004 haben
sich regelmäßig alle Parteien zum Sieger
erklärt. 7.
Ignoranz des Wesentlichen: Warum sinken bei uns seit
1980 die Löhne trotz
aller technischen Fortschritte,
warum diese hohe Arbeitslosigkeit? Um diese zentrale Fragen
machen fast alle Autoren einen ganz großen Bogen oder
finden nur völlig unzureichende Antworten. Dabei ist
alles Geschreibsel über die Wirtschaftspolitik oder die
Globalisierung ohne Auflösung dieses Paradoxem nahezu
bedeutungslos. Jenseits
aller Propaganda Das
Buch "Anti-Globalisierung" avancierte unter Insidern
längst zum Geheimtipp. Wir sprachen mit dem Autor
Manfred Julius Müller: sw-magazin:
Mittlerweile gilt Ihr Buch "Anti-Globalisierung. Zurück
zur Vernunft!" unter Globalisierungsgegnern als Geheimtipp.
Wie erklären Sie sich das? Müller:
Die Einschränkung "Globalisierungsgegner" akzeptiere
ich nicht. Allen politisch Interessierten bietet dieses Buch
völlig neue Erkenntnisse, und dies wird zunehmend auch
erkannt. sw-magazin:
Zurück zur eigentlichen Frage: Worin sehen Sie den
Schlüssel des Erfolges? Müller:
Das lässt sich nicht in einem Satz beantworten. Ich
glaube, am meisten beeindruckt, dass endlich einmal Abschied
genommen wird von den üblichen Standardthesen beider
Seiten und die Probleme ernsthaft angegangen
werden. sw-magazin:
Aber behaupten das nicht alle Autoren? Müller:
Mag sein, aber der Leser erkennt sehr schnell die
Unterschiede. Um nur ein Beispiel zu nennen: Globalisierung
bedeutet nicht Ausbeutung der Entwicklungsländer durch
die Industriestaaten, wie uns viele einreden möchten.
Wer sich auf diese populistische Formel einlässt, denkt
zu kurz, schließlich leidet auch die Westliche Welt
unter den Folgen des ungezügelten
Freihandels. sw-magazin:
Sie halten derartige Schuldzuweisungen also für
falsch? Müller:
Ja, weil sie an die falsche Adresse gerichtet sind. Es kann
doch nicht darum gehen, nur den Entwicklungsländern zu
helfen, auch die zunehmenden Probleme der Industriestaaten
müssen gelöst werden. sw-magazin:
Sie meinen, durch politische Entscheidungen wäre es
möglich, sowohl den Entwicklungsländern als auch
den Industriestaaten gerecht zu werden. Müller:
Genau das ist meine Botschaft, und genau das wird in meinem
Buch überzeugend dargestellt. sw-magazin:
Warum argumentieren denn andere Autoren nicht in
ähnlicher Form? Müller:
Weil sie sich von den lieb gewordenen Vorurteilen und
festsitzenden Lehrsätzen nicht lösen können.
Wenn man zum Beispiel täglich hundertmal gesagt
bekommt, wir müssen den Gürtel enger schnallen,
manifestiert sich das im Unterbewusstsein. Es ist schwer,
sich von solchen Denkblockaden zu lösen. sw-magazin:
Worin unterscheidet sich Ihr Buch denn noch von
anderen? Müller:
Ich denke, dass meine Leser dankbar sind für das
straffe, übersichtliche Konzept. Ganz bewusst habe ich
mein Buch von ursprünglich 400 Seiten auf 96 Seiten
zusammengestrichen. Außerdem präsentiere ich ganz
konkrete Vorschläge, die die Politik auch umsetzen kann
und verliere mich nicht in idealisierten Wunschträumen
und den bekannten linken Phantastereien. sw-magazin:
Viele politische Bücher sind Ihnen also zu
umfangreich? Müller:
Ja, oft habe ich den Eindruck, die Autoren wollten damit
lediglich beeindrucken und ihre Kompetenz unter Beweis
stellen. Dabei halte ich die meisten Bücher, die sich
über hunderte von Seiten dahinquälen, für
stinklangweilig. Ständig wird sich wiederholt, werden
immer wieder die gleichen abgedroschenen Argumente
bemüht und am Ende einige flaue, unrealistische
Gedankenspiele präsentiert . sw-magazin:
Manche dieser Bücher wurden aber zu Bestsellern, wie
erklären Sie sich das? Müller:
Dass wir in unserem Medienzeitalter einen Starkult
betreiben, steht doch wohl außer Frage. Der Name
zählt, nicht das Objekt, das Buch! Wer sich erst einmal
an die Spitze hochgedient hat, wird angehimmelt, egal
welchen Blödsinn er von sich gibt. Nahezu kritiklos
wird dann jedes gesprochene und geschriebene Wort aufgesogen
und zum Heiligtum erklärt. Die Großverlage
reißen sich um die im Rampenlicht stehende Prominenz,
denn deren Ansichten lassen sich zu Bestsellern vermarkten,
ganz gleich, ob sie richtig oder falsch, innovativ oder
banal sind. Dieses Hörigkeitssyndrom führt
langfristig in die Sackgasse, weil meistens nur das
altbekannte Gedankengut publiziert wird, das selbst in den
Talkshows schon hundertmal durchgekaut wurde. sw-magazin:
Trotz aller Vorzüge wird ihr Buch von den Medien
weitgehend ignoriert. Müller:
Wundert Sie das? Ich bestätige nun einmal keine
vorgefertigten Meinungen und bediene auch keine
Lobbyistengruppen. Mein größtes Vergehen ist
freilich mein respektloses Aufgreifen zahlreicher
Tabuthemen. Wer darf hier zu Lande zum Beispiel den Nutzen
der EU oder des Euro in Frage stellen, ohne gleich in eine
rechte Ecke gestellt zu werden? sw-magazin:
Wie ist denn nun die Reaktion der Leser auf Ihr
Buch? Müller:
Toi, toi toi - bis jetzt gab es eine einhellig positive
Resonanz. Viele wildfremde Leute haben mir mitgeteilt, wie
begeistert sie seien und dass sie jetzt endlich die
weltwirtschaftlichen Zusammenhänge verstanden
hätten. Manche Leser haben gleich mehrere Bücher
nachbestellt, als Geschenk für Freunde und Verwandte.
Fundierte Kritik gab es bislang nicht, selbst die
neoliberale Einheitsfront weiß offenbar nicht, wie
sich meine Argumente sachlich und glaubhaft widerlegen
lassen. sw-magazin:
Herr Müller, wir danken Ihnen für das
Gespräch. Home
(Eingangsseite
www.anti-globalisierung.de mit Menueleiste) ©
Manfred J. Müller, Flensburg, 2002 (mit späteren
Ergänzungen)
Interessant
sind sicher auch folgende Spezialthemen: Freihandelszone,
Wirtschaftswunder,
Mehrwertsteuererhöhung,
Biogas,
Pressefreiheit,
Renten,
Demokratie,
Kommunismus,
Sozialreformen,
Grundeinkommen,
Lkw-Maut,
Agenda
2010,
Mindestlohn,
Exportweltmeister,
Ökosteuer,
Neoliberalismus,
Welthandel,
Lohnnebenkosten,
Mehrwertsteuer,
China,
Kombilohn.
Kapitalismus,
die
Umfinanzierung der
Pflegeversicherung,
Referate
erstellen zum Thema
Globalisierung,
lässt
sich die Globalisierung
abschalten,
Ursachen
der Globalisierung,
Globalisierungsprobleme,
Deutschland
und die Globalisierung,
Globalisierung
und Wirtschaft,
Nachteile
der Globalisierung,
Folgen
der Globalisierung,
Umweltschutz,
Weltwirtschaft.
Manfred Julius Müller

198 Seiten, © 2006, 12,- Euro
Mehr ein Nachschlagwerk als ein Lesebuch. Mit einer Vielzahl
von farbigen Grafiken. Das Buch liefert eine
Bestandsaufnahme der aktuellen Situation - nach
Lösungen zur Behebung der Menschheitsprobleme sucht man
meist vergebens. Viele der 100 Themen haben mit der
Globalisierung wenig zu schaffen. Wegen der zahlreichen
Autoren ist keine einheitliche Linie und kein roter Faden
erkennbar, so dass das Heft bei den meisten Leser keinen
bleibenden Eindruck hinterlassen wird (schon nach einigen
Wochen wird man sich kaum noch an irgendetwas erinnern
können).

192 Seiten, © 2007, 12,- Euro
Dieses Heft ist so ähnlich aufgemacht wie der "Atlas
der Globalisierung", wo bei es aber von einer ganz anderer,
nämlich äußerst kapitalfreundlichen. Ecke
kommt. Auch hier wieder viele Themen, Daten und Tabellen,
wobei die Themenauswahl aber deutlich gelungener ist. Die
Aufsätze gehen zum Teil wirklich ans Eingemachte, man
versucht den Nutzen der Globalisierung zu belegen. Leider
geschieht dies nach meinem Empfinden aber so einseitig, das
von Objektivität und Bemühen um Aufklärung
wirklich nicht mehr die Rede sein kann. Das Heft ist in
meinen Augen eine einzige Propagandaschrift, man versucht
mit allen Tricks, die Wahrheit zu verbiegen und die
Argumente der Globalisierungskritiker zu
widerlegen.

Das Kapital
und die Globalisierung
Die Entmachtung des globalen Dumpingsystems
152 Seiten, 17x22 cm, 500.000 Zeichen, © März
2008, Euro 13,50
(seit 1980 stieg die Produktivität um über 70 %,
die Reallöhne und Renten sanken aber 15 %)

Schwarzbuch
Globalisierung
524 Seiten, © 2002
Insgesamt besehen ein respektables Buch, welches die
Geißel der Globalisierung anschaulich schildert und
zur Umkehr, zur Lokalisierung und zur Schonung der
Ressourcen aufruft. Die Ziele sind klar abgesteckt, die
Autoren wissen, was sie wollen. Aber wie schafft man diese
Veränderungen? Es genügt nun einmal nicht, an die
Vernunft der Menschen zu appellieren oder gar die Forderung
in den Raum zu stellen, die wirtschaftliche Tätigkeit
müsse gedrosselt werden. Dem Buch fehlen konkrete
Reformvorschläge, die die nationale Politik auch
umsetzen kann. Selbst wer die Ansichten der Autoren teilt
(was nicht immer ganz einfach ist) und die 500 Buchseiten
brav durchgeackert hat, wird letztlich kaum wissen, wie denn
nun die gewünschte Wandlung erreicht werden soll.

200 Seiten, © 2006
Es handelt sich hier eigentlich mehr um ein Nachschlagewerk,
an dem über 60 französische Autoren mitgewirkt
haben. Für sein Geld kommt der Käufer eine Menge
geboten, es wimmelt von Schautafeln und Statistiken,
insgesamt werden 100 völlig unterschiedliche Themen
aufgegriffen.
In diesem Wust von Informationen gehen die wirklich
relevanten Probleme der Globalisierung aber weitgehend
verloren. Themen wie "Sri Lanka fehlt der Wille zur
Förderation", "Die Welt aus der Sicht Tokios" oder
"Japan: kalte Freundschaft zu den USA" füllen das Werk.
Es werden viele Einzelaspekte abgearbeitet, aber nicht
erörtert, wie man denn nun die negativen Folgen der
Globalisierung verhindern oder abschwächen könnte.

Attac. Was
wollen die
Globalisierungskritiker?
221 Seiten, © 2002
Das Buch beschreibt die Krisen in Asien und Argentinien und
beklagt die falsche IWF-Politik. Gefordert wird einmal mehr
die Tobin-Tax und die Schließung der Steueroasen (wer
will das nicht). Der zweite Teil des Buches befasst sich mit
der Geschichte von attac, den Abschluss bilden vier
Interviews. Eine Bewertung und Analyse der Ziele und
Aktionen von attac finden sich leider nicht. Kritiker
bezeichnen dieses Buch als Werbebroschüre von attac.
Für Neueinsteiger zum Thema Globalisierung ist das Buch
aber durchaus lesenswert.

Die Ethik des
Erfolgs.
Spielregeln für die globalisierte Gesellschaft.
292 Seiten, © 2002
Henkel versucht zu erklären, welche Vorteile die
globalisierte Welt mit sich bringt. Wer sich selbst zur
Elite zählt, wird von diesem Buch begeistert sein.
Bloß weg mit diesem verkrusteten Umverteilungsstaat -
es lebe die Freiheit des Einzelnen und die neue
Leistungsbereitschaft!

Deutschland - der Absturz eines
Superstars
303 Seiten, © 2003
Bei diesem Buch kommen die gutgläubigen
Statistik-Fetischisten voll auf ihre Kosten. Gabor schildert
den geschichtlichen Werdegang der Bundesrepublik Deutschland
und versucht zu deuten, was in der Vergangenheit alles
schief lief und welche Korrekturen jetzt notwendig scheinen.
Der Spiegel-Mann bietet - wen wunderts - eine
Spiegel"-typische Aufarbeitung. Weite Teile des Buches
wurden im Spiegel zur Markteinführung vorabgedruckt
(welch bombige Reklame). Ich denke auch, dass das Buch die
offizielle Spiegelmeinung wiedergibt, also
schwerpunktmäßig neoliberale Reformen und
für den neutralen Anstrich als Dreingabe einige
bürgerfreundliche Empfehlungen. Die geschichtliche
Aufarbeitung ist nicht uninteressant, ansonsten findet man
aber kaum von dem Mainstream abweichende Gedankengänge.

Das neue
Wirtschaftswunder
Die Entmachtung des globalen Dumpingsystems
152 Seiten, 17x22 cm, 444000 Zeichen, © September 2005,
Euro 12,-
Er zeigt, wie geschönte Zahlen, Vorurteile und
Irrlehren immer wieder zu falschen Schlussfolgerungen
führen und damit echte Reformen verhindern.

Die
deformierte Gesellschaft.
Wie die Deutschen ihre Wirklichkeit verdrängen.
303 Seiten, © 2002
In gewohnter Form wettert Miegel gegen den Sozialstaat, den
er aufgrund der demographischen Entwicklung für
völlig überzogen und unbezahlbar hält. Dabei
ist sein grundlegender Denkansatz bereits falsch, weil der
entlastende Faktor der ständigen
Produktivitätssteigerung der Einfachheit halber
ignoriert wird. Wann wird die vermeintliche Elite"
einsehen, dass nicht der überalterte Sozialstaat oder
die Elitenfeindlichkeit" die Probleme darstellen,
sondern der irrationale globale Dumpingwettbewerb?

Anti-Globalisierung.
Zurück zur Vernunft!
96 Seiten, 13,5 x 21,6 cm, 218000 Zeichen, © 2002, Euro
8,90
Viele Leser hielten seinerzeit das Buch für das
wichtigste politische Werk der Gegenwart, weil es an den
Kern aller staatlichen Probleme herangeht und gerade das ans
Tageslicht bringt, was von den Medien so beharrlich
ignoriert wird. Konsequent und logisch aufgebaut mit
überzeugenden Lösungsvorschlägen.
Dieses Buch hielt sich lange Jahre unter den
Top
Ten
der Amazon-Globalisierungs-Bestsellerliste.

Globalisierung
140 Seiten, 11,8x18,7 cm, 160000 Zeichen, © 1998, 8
Euro
Dieses Buch ist wegen seiner anschaulichen Schilderung der
Globalisierungs-Problematik zu empfehlen, obwohl Herr
Schmidt zu den Verfechtern der Globalisierung und der EU
zählt. Seine Lehren halte ich allerdings weder für
originell noch für erfolgversprechend.
Nachtrag:
Meine damalige Einschätzung sehe ich angesichts der
Weltwirtschafts-, EU- und Eurokrise zunehmend
bestätigt.

Weltbeben
252 Seiten, © März 2004
Um es auf einen kurzen Nenner zu bringen: Kessler fordert
eine Erhöhung der Entwicklungshilfe, eine
Verstärkung des Umweltschutzes und einen weiteren Abbau
der Zölle. Damit meint er, die Probleme dieser Welt
lösen zu können. Dabei geht er recht systematisch
vor: Er pickt sich ein gelungenes Experiment heraus und
meint dies flächendeckend übertragen zu
können. Dabei stört es ihn wenig, dass die
Bedingungen in den einzelnen Ländern stark
unterschiedlich sind und sich die meisten Musterbeispiele
schon aus Kostengründen nur begrenzt ausdehnen lassen.
Er ignoriert weitgehend die Kräfte des Marktes und
hofft auf die Einsicht der Menschen. Seine Interpretationen
sind oft atemberaubend eigenmächtig - zum Beispiel
führt er als Ursache für das dänische
Beschäftigungswunder die Anhebung der Ökosteuern
ins Feld. Auf dieser Basis lässt sich natürlich
alles beweisen und mit Leichtigkeit eine schöne
Traumwelt zaubern.

Logik der
Globalisierung
174 Seiten, 11,4 x 19 cm, © 1999, 10,90 Euro
Ich halte absolut nicht von diesem Buch, weil es meines
Erachtens den Leser mit einer falschen Logik zu hintergehen
versucht.
Gerade die letzten Jahre haben gezeigt, das Weizsäckers
Logik sich in der realen Welt nicht bestätigt.
Empfehlenswert nur für diejenigen, die sich mit den
Argumentationstricks der Kapitallobby näher befassen
möchten.

Europa und
die Globalisierung
126 Seiten, 11,5x18 cm, © 1997, 6,45 Euro
Die Geschichte des europäischen
Liberalisierungsprozesses. Unkritische und wenig spannende
Abhandlung über die Entwicklung der EU. Viele Zahlen
und Daten - aber wichtige Fragen werden nicht angegangen.
Nur für diejenigen interessant, die sich für die
Geschichte der EU interessieren.

Ist
Deutschland noch zu retten?
499 Seiten, © 2003
Wie ermüdend es doch sein kann, ein dickes Sachbuch
durchzuarbeiten, ohne vom Inhalt gefesselt zu sein. Wenn nur
die Thesen aufbereitet werden, die ohnehin seit Urzeiten
durch die Medien geistern, aufgemotzt durch persönliche
An- und Einsichten, so ist das alles andere als spannend und
unterhaltsam. Es fehlt der zündende Funke, der
mitreißt und ahnen lässt ja genau das ist
es, darauf kommt es jetzt an". Sicher, die Fleißarbeit
von Herrn Sinn enthält auch viele richtige Argumente
und Einsichten. Aber was bringt das bei einem Buch, dass im
Großen und Ganzen recht einseitig klingt und meiner
Meinung nach viel zur viele Nichtigkeiten und
Fehlinterpretationen enthält. Gerät ein Buch zu
umfangreich, tritt am Ende leicht das ein, was auch bei
einem dreistündigem Langweiler-Vortrag der Fall
wäre: Nichts bleibt wirklich haften, am Ende weiß
niemand mehr, worüber es bei der strapaziösen
Dauerberieselung überhaupt ging.
Entfesselte
Welt
116 Seiten, 10,8x17,7 cm, 148000 Zeichen, © 1999, 8,50
Euro
Giddens beschreibt anschaulich, wie die Globalisierung unser
aller Leben verändert. Er geht auch auf die sonst kaum
beachteten Einflüsse auf unser Familienleben, unsere
Traditionen und unsere Demokratie ein. Sehr objektive
Betrachtungen und Beobachtungen. Angenehm zu lesen,
insgesamt empfehlenswert.

Die offene
Gesellschaft
400 Seiten, 14x22 cm, © 2000
Zähe Abhandlung über die fragwürdige und
schwammige Idee einer offenen Gesellschaft. Etwas
Interessantes und Neues konnte ich in dem Buch kaum
entdecken. Eine Kürzung des Buches auf 100 Seiten
würden Soros Ansichten sicher verständlicher
machen.

Die
Kultivierung des Kapitals
112 Seiten, 13,5 x 21,6 cm, © 2001, Euro 10,-
Die schlimmsten Fehler und Missstände in unserer
Gesellschaft werden nicht nur angeprangert, es werden auch
gleich überzeugende Problemlösungen angeboten.
Ohne viele Umschweife kommt der Autor gleich auf den Punkt
und zeigt wenig Respekt vor alten Dogmen und
Propagandatricks.
Im Anhang werden visionäre Ideen für die fernere
Zukunft vorgestellt, die das heutige Denkkorsett völlig
auflösen.

Die
Globalisierungsfalle
350 Seiten, 12,5x20,5 cm, © 1996, 9,90 Euro
Ein Klassiker unter den Globalisierungsbüchern.
Beschreibt an zahlreichen Geschichten und Fallbeispielen
interessant und anschaulich die Verwerfungen der
Globalisierung. Zur Problemlösung scheint mir das Buch
allerdings kaum etwas beisteuern zu können, den zehn
Ideen am Ende des Buches kann ich nicht viel abgewinnen
(größtenteils unrealistische Wunschträume).
Die Autoren setzen m. E. viel zu sehr auf die Optimierung
der EU und scheuen sich, die wahren Hintergründe der
Misere anzusprechen. Insofern ist es nicht verwunderlich,
dass sich trotz des riesigen Verkaufserfolges in sieben
Jahren rein gar nichts zum Besseren gewendet hat. Vielleicht
hat das Buch sogar von den wirklich notwendigen Reformen
abgelenkt.

Der Terror
der Ökonomie
217 Seiten, 12,5x18,3 cm, 1998, 8 Euro
Anklageschrift gegen die Auswüchse des Kapitalismus,
aber ohne fundierte Analysen und Ansätze zur
Problemlösung. Es gibt zu denken, dass der Autorin
keinerlei Überschriften (nicht einmal
Kapitelüberschriften) eingefallen sind. Das Buch
rüttelt bestenfalls auf, bringt einen aber keinen
Schritt weiter. Bezeichnend, dass gerade solche
nichtssagenden Bücher immer wieder zu Bestsellern
werden.
Manfred
Julius Müller
analysiert seit 30 Jahren weltwirtschaftliche
Zusammenhänge und veröffentlichte unzählige
Aufsätze zu den verschiedensten Themen. Er entwickelte
neue Wirtschaftstheorien, die weltweit neue
Maßstäbe setzten und in manchen Ländern in
wichtigen Bereichen bereits die Gesetzgebung beeinflussten.
Inzwischen sind auch vier Bücher erschienen: "Die
Kultivierung des Kapitals", 2001, "Anti-Globalisierung.
Zurück zur Vernunft!", 2002, "Das neue
Wirtschaftswunder. Die Entmachtung des globalen
Dumpingsystems", 2005, "Das
Kapital und die
Globalisierung",
2008.