Leserkommentar zum Artikel Nr. 517 - 19. 3. 2010

 

Die Unternehmen, Banken und Politiker haben Schuld...

Meine Meinung ist : Die Unternehmen ,Banken und die Politiker  sind an der Misere des Arbeitsmarktes in Deutschland schuld , denn sie sind einfach zu gierig, zu geizig und wollen nur ihren Maximalgewinn herausholen.

Die Unternehmer wollen ihr kapitalistisches System (Gewinn steigern durch Niedriglöhne) nur weiter am leben erhalten und ihre fetten Gewinne machen, denn mit Produktivität allein  kann man nur noch schwer große Gewinne machen. 

Die Politiker haben niemals gelernt zu sparen. Dehalb befürchte ich , dass wenn man die Lohnnebenkosten senkt und abkoppelt, die Arbeitgeber davon befreit, werden sie deshalb auch keine weiteren Mitarbeiter einstellen, sondern sich lediglich daran bereichern.

1) Auch ihre Ausführung zu den Hartz 4 Beziehern ist falsch. Mittlerweile müssen selbst Akademiker und Ingenieure mit Hartz 4 leben , wenn sie arbeitslos wurden. Ausserdem gibt es 6,5 Millionen Hartz 4 Bezieher , dann noch 3,5 Millionen Arbeitslose, dann  Millionen von Aufstockern die auch einen anderen Job bräuchten. Dann fehlen immer noch diejenigen .die kein Hartz 4 bekommen ,abgelehnt wurden  oder gar keines beantragt haben. All diese vielen Millionen Menschen sollen nun plötzlich eine Arbeit bekommen von denn sie leben können ?

2) So viele Arbeitsplätze haben  wir doch gar nicht !!!

Wo sollen die denn plötzlich herkommen ?

Die Politiker haben niemals gelernt zu sparen. Bei den Politikern: Die Neuverschuldung von 80 Mill. Euro müsste nicht sein , wenn man spart. Hoteliers hätten keine Steuergeschenke gebraucht. Afghanistan- Einsatz sofort beenden, keine 850 weitere Soldaten schicken, was enorm teuer wird. Allein schon Aufbau Afghanistan und Talibanaussteigerprogramm ist nicht zu bezahlen.

Bürokratie abbauen, keine Steuergeschenke machen, da kein Geld da ist. Erhöhung Kindergeld unsinnig.

Von den Banken die "Rettungsgelder  wegen Finanzkrise" zurückfordern und nicht weiter mitansehen, wie  wieder Bonis ausgeschüttet werden, die Gelder zurückfordern. All diese Möglichkeiten würden wieder Geld in den Staatssäckel bringen.

3) Dazu kommt noch ,dass durch die folgende Verzerrung des Arbeitsmarktes kaum noch einer Sozialabgaben bezahlt und diesen braucht aber  dringend unser Sozi-Staat um zu existieren.

400 Euro Jobs - nur noch für Rentner, Studenten und Hausfrauen erlauben und keine Ausdehnung mehr auf Gesamtwirtschaft.

1 Euro Jobs abschaffen, da diese nur reguläre Arbeitsplätze vernichten und nur Kosten verursachen .

4) Befristete Verträge abschaffen, denn mit solchen Verträgen hat man keine Zukunft, bekommt nirgendwo Geld und investiert somit auch nichts, hat somit keine Zukunftsperspektive. Subventionen abschaffen. Zeitarbeitsunternehmen müssen gleichen Lohn bezahlen den auch eine herkömmliche Firma für diese Tätigkeit bezahlen muß. Schluß mit Arbeitsverhältnissen  mit Lohnsubventionen vom Staat (Schlecker, Pin AG etc.) keine Aufstockerjobs mehr dulden.

5) Mindestlohn einführen von mind. 8,50 /Stunde!!

Es stimmt nicht, dass bei Mindestlohn Arbeitsplätze verloren gehen, siehe Gebäudereiniger Bayern mit 8,15 Euro die Stunde. Wie Pilze schießen diese aus dem Boden, da ist kein einzigster Job verloren gegangen, durch diesen einheitlichen Lohn. Auch bei Friseurinnen stimmt die Mär der verlorengehenden Arbeitsplätzen nicht, denn keiner fährt danach  nach Polen um sich in Zukunft die Haare dort schneiden zu lassen, oder trägt seine Haare nur noch lang.

Am Ende ist durch die o. g. Einsparungen auch eine Entlastung für Arbeitgeber darin, dann kann man mit diesem Geld Arbeitskosten absenken erträglicher  und leichter machen für den Arbeitgeber, so dass dieser konkurenzfähiger bleibt. Mit Löhnen wie in China, Indien oder sonstigen Ländern können wir eh nicht konkurieren, 6) deshalb müssen wir bessere Produkte produzieren, brauchen gutes Personal, damit können  wir am Markt konkurieren und damit antreten. Allein nur mit Lohnsenkung geht es  jedenfalls nicht.

Warum will man das alles nun nicht ?

Weil man dann nicht weiterhin gleich den vollen Maximalgewinn hat und weil man immer so schnell wie möglich reich werden will und nicht abwarten möchte bis es sich langsam einstellt.

Ich sage : Die fetten Jahre müssen für ALLE vorbei sein, nicht nur für Arbeiter und sozial Schwache sondern auch für Arbeitgeber, Banken und Politiker !!

Die können  auch mal ihren Gürtel enger schnallen, bis es sich wieder einpendelt.

Maverick119

 


Antwort Manfred Müller zu den rot hervorgehobenen Stellen:

1) Auch Akademiker müssen von Hartz IV leben: Ich habe doch nie etwas anderes behauptet! Über das wahre Ausmaß der fehlenden Arbeitsplätze habe ich schon vor Jahren aufmerksam gemacht.

2) Im Gegensatz zu Maverick bin ich der Meinung, dass durchaus alle erwerbsfähigen Bundesbürger eine gut bezahlte Arbeit bekommen könnten, wenn es den globalen Lohndumpingwettbewerb nicht gäbe (der Binnenmarkt also durch wirksame Zölle geschützt wäre). Die meisten Konsumwaren werden importiert - das muss nicht sein.

3) Die große Mehrheit der Erwerbstätigen bezahlt Sozialversicherungsbeiträge - es soll etwa 27 Millionen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Deutschland geben.

4) Hier bin ich weitgehend Ihrer Meinung

5) Ich denke doch, dass zu hohe Mindestlöhne Arbeitspläze vernichten. Beschämende Niedriglöhne können meines Erachtens nur durch eine Abkoppelung vom globalen Lohndumpingwettbewerb verhindert werden (also Erhöhung der Zölle oder höhere Mehrwertsteuern). Näheres...

6) Ich glaube das funkioniert auf Dauer nicht (wie man angesichts zehn Millionen fehlender Arbeitsplätze und seit 30 Jahren sinkender Reallöhne schon heute konstatieren kann).
Wir sind nun einmal nicht die überlegene Herrenrasse, und wir können auch nicht vom Export leben (weil uns auch in den letzten verbliebenen Branchen die Billigkonkurrenz aus Fernost überflügeln wird).

 

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