Etikettenschwindel:
Taugt Ludwig Erhard als Aushängeschild der Neoliberalen?
Mein Kommentar:
Die Neoliberalen schmücken sich gerne mit Ludwig Erhard als Urvater des Neoliberalismus. Was könnte überzeugender für ihre Wirtschaftstherorie sein als die Ikone des deutschen Wirtschaftswunders.
Dabei handelt es sich hier um einen Schwindel ganz besonderer Art. Denn Ludwig Erhard könnte, wenn überhaupt, höchstens als Vertreter des Neoliberalismus in seiner alten (inzwischen überholten) Bedeutung herhalten. Erhard gilt als Gründer der sozialen Marktwirtschaft, und die ist genau das Gegenteil des heutigen Neoliberalismus.
Ludwig Erhard setzte damals auf angemessene Zölle als Schutz vor ausländischen Dumpingattacken, er sorgte für eine unterbewerte DM, die Exporte verbilligte und Importe verteuerte. Besonderen Wert legte er auf eine eigene stabile Währung, die eine abgestimmte nationale Geldpolitik ermöglichte. Eine Multikulti-Währung wie den Euro wäre Erhard nie und nimmer in den Sinn gekommen.
Fazit: Es ist mehr als abgefeimt, gerade Ludwig Erhard als Neoliberalen im heutigen Sinne zu verkaufen, denn er hat genau die entgegengesetzten Werte vertreten und umgesetzt.
Manfred Julius Müller, Flensburg
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Manfred
Julius Müller analysiert seit 30 Jahren weltwirtschaftliche
Zusammenhänge und veröffentlichte unzählige
Aufsätze zu den verschiedensten Themen. Er entwickelte neue
Wirtschaftstheorien, die in seinen bisherigen Büchern
verarbeitet wurden. ("Die Kultivierung des Kapitals", 2001,
"Anti-Globalisierung. Zurück zur Vernunft!", 2002,
"Das
neue Wirtschaftswunder. Die Entmachtung des globalen
Dumpingsystems",
2005). Müller ist Inhaber eines Versandhauses und gewinnt von
daher einen praxisnahen Einblick in die Abartigkeiten des globalen
Verdrängungswettbewerbs.