Sind EU und Weltwirtschaft nur über eine Billiggeldschwemme zu retten?

Eine Billiggeldschwemme ist gewissermaßen das letzte Aufgebot, um eine Volkswirtschaft vor dem drohenden Zusammenbruch zu retten.
Die Zentralbanken verleihen dabei Geld (welches sie in unbegrenzter Menge per Knopfdruck generieren können) zu einem lächerlichen Leitzins an private Geldinstitute. Dieser riskante Vorgang sorgt für eine vorübergehende Belebung der Wirtschaft. Aber wie lange kann dieser Trick funktionieren und wie kommt man aus dieser Nummer wieder heraus?

 

Anfang der 1920er Jahre führte die staatliche Geldschwemme zu einer Hyperinflation!
Im Grunde ist die Billiggeldschwemme nichts anderes als das ehemalige Anschmeißen der Notenpresse, mit der die Regierung der Weimarer Republik nach dem 1. Weltkrieg ihre Haut retten wollte. Der Unterschied zu heute: Bei den weltweit verflochtenen Finanzmärkten blickt keiner mehr so richtig durch (der Bürger bekommt die Geldschwemme nicht direkt zu spüren). Dies gilt umso mehr, wenn sich (wie im Euroraum) unterschiedlich starke Nationalstaaten zu einem Währungsverbund zusammengeschlossen haben.

 

Die Geldflutung über die Zentralbanken.
Seit Jahren nun hält die EZB den Leitzins bei 0 %. Sie begründet diesen Wahnsinn mit der niedrigen Inflationsrate im Euroraum, die nach amtlicher Bemessung bei rund 1,5 % liegt. Aber wieso erfasst der Leitzins dann nicht einmal diese ausgewiesene Inflationsrate? Neben der Inflationsrate müsste auch noch ein Bearbeitungs- und Risikoaufschlag von ca. 2 % berücksichtigt werden, so dass der Leitzins dann bei 3,5 % liegen würde.

 

Wie seriös ist die amtliche Berechnungsgrundlage überhaupt?
Und eine andere Frage stellt sich! Warum ist die Inflationsrate so niedrig, wo doch die EZB nach Herzenslust neues Geld generieren darf? Liegt es womöglich daran, dass heute entscheidende Kapitalanlagemöglichkeiten bei der Inflationsberechnung ausgeklammert werden?
Die Wertentwicklung zum Beispiel bei Aktien, Gold und Immobilien erwies sich insgesamt als äußerst inflationär - sie bleibt aber unberücksichtigt. Früher spielten diese Investments eine geringere Rolle, denn der Geldkreislauf war ein ganz anderer (Geld wurde schnell in Umlauf gebracht und weniger gehortet). In Zeiten der wundersamen Geldvermehrung verliert die Realwirtschaft an Bedeutung. Immer mehr Kapital fließt in spekulative Anlageformen. Rund um den Erdball, so dass vieles im Dunkeln bleibt.

 

Containervermietung als Kapitalanlage
Als Beispiel möchte ich, da gerade aktuell, das Debakel mit dem Containerhandel anführen. 50.000 Anleger investierten in den Kauf von Schiffscontainern, die dann über eine Vertriebsfirma zu einem Garantiepreis angemietet wurden (mit dem Versprechen, die Container später einmal wieder zurückzukaufen). Vermutlich sind jetzt alle Investoren ihr Geld los, eventuell müssen sie sogar noch für weitere Risiken, Lagerkosten und Schäden haften.
Ohne Billiggeldschwemme wäre dieses Anlageprodukt kaum denkbar gewesen. Warum sollte sich Otto Normalbürger auf riskante Manöver einlassen, wenn Banken das Kapital angemessen verzinsen?

Die EZB hat also (nach meinem Dafürhalten) die Milliardenverluste der Anleger (und nicht nur dieser) provoziert. Die Containervermietung funktionierte auch deshalb so gut, weil über Jahrzehnte hinweg die Risiken des Deals nicht ordentlich angezeigt wurden. Erst in den Prospekten 2016 und 2017 tauchten Warnhinweise auf, die dann vermutlich dazu führten, dass nicht mehr genug Neukunden für das Containerinvestment angeworben werden konnten und das Geschäftsmodell wie ein Schneeballsystem in sich zusammenbrach.
Was die Unwissenheit betrifft sehe ich durchaus eine Parallele mit der Geldpolitik der EZB (und anderer Zentralbanken). Würde die Bevölkerung ahnen, was da alles im Hintergrund so abläuft, würde (meiner unmaßgeblichen Meinung nach) auch dieses System kollabieren.

 

Leidtragende und Nutznießer der Billiggeldschwemme...
Leidtragende sind zunächst einmal die Sparer, die schleichend enteignet werden, ebenso natürlich die Besitzer einer Lebensversicherung und alle, die dem Ruf nach einer privaten Altersvorsorge gefolgt sind.
Geschädigt wird durch die Billiggeldschwemme aber vor allem die Volkswirtschaft (die gesamte Bevölkerung muss also darunter leiden), da geliehenes Geld keinen fairen Preis mehr hat! Was wiederum zu falschen Investitionsanreizen führt (und damit das langfristige Produktivitätswachstum und die Lohnentwicklung hemmt)!

 

Der Sparer blutet - und Vater Staat spart zigmilliarden Euro im Jahr an Zinszahlungen!
Nutznießer sind vor allem Politiker, da sie dem Volk in ihrer Amtszeit eine blühende Wirtschaft vorgaukeln können (sich im Erfolg sonnen dürfen). Zudem können sie durch den Zinstrick einen ausgeglichen Haushalt präsentieren, da sie für die hohen Staats- und Landesschulden nur noch geringe Zinsen aufwenden müssen.
Mit den eingesparten Milliardensummen können dann Wähler mit teuren Leistungsgesetzen (zum Beispiel dem Baukindergeld und höheren Sozialhilfen) geködert werden, während die gebeutelten Sparer bei all dem Kuddelmuddel kaum ausmachen können, wer für das Debakel (ihre schleichende Enteignung) verantwortlich ist.

 

"Auch die Häuslebauer profitieren von den niedrigen Hypothekenzinsen …"
Ja gewiss! Aber auch dieser Aspekt hat seine Schattenseiten. Denn der Billigzins führte zu einem Immobilienboom - die Häuserpreise schossen nach oben. Wenn jedoch die Zinsen wieder ansteigen, ist mit einer Trendwende zu rechnen. Niemand weiß, wie weit die Preise dann fallen werden.
Die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der irre niedrigen Hypothekenzinsen sind indes weitreichender. Der Bauboom lockte massenhaft ausländische Bauhelfer und Handwerker ins Land. Bei anziehenden Zinsen kommt es zwangsläufig zu einer dramatischen Verschlechterung der Auftragslage. Vater Staat wird dann zigtausende ausländische Arbeitslosenfamilien jahrzehntelang über das Sozialsystem versorgen müssen.
Zudem verführten die Niedrigzinsen zum Bau von überdimensionierten Luxuswohnen, die sich Normalverdiener vor allem in den Großstädten kaum leisten können. Das treibt den Verdrängungsprozess, die Wohnungsknappheit, verstärkt den zeitraubenden, umweltbelastenden Pendelverkehr.

 

Die Aktienmärkte werden gepuscht!
Wenn Festgelder keine Renditen abwerfen, flüchten vor allem Großinvestoren in die Aktienmärkte. Davon profitieren dann die Aktienkonzerne (mit Ausnahme der Benken), deren Börsenwert steigt und die damit noch kapitalkräftiger und mächtiger werden.
Doch die Sache hat einen Haken: Heben die Zentralbanken die Leitzinsen wieder an, drohen an der Börse starke Kursverluste, die wiederum zu einer starken Konjunktureintrübung führen können. Regierungen/Zentralbanken sind somit Gefangene ihrer eigenen (unverantwortlichen) Geldpolitik.

 

Der Aufkauf von Staatsanleihen...
Wenn die Moral völlig am Boden liegt, schreckt die EZB offenbar auch nicht mehr davor zurück, die Staatsanleihen maroder Staaten aufzukaufen (damit auch sie in den Genuss marktverfälschender, spottbilliger Zinsen kommen).
Hat man unserer Bevölkerung nicht einst hoch und heilig versichert, dass solche Machenschaften ausgeschlossen sind? Und hat man nicht vor Inkrafttreten des Euro eine oberste Staatsverschuldungsgrenze (60 % des BIP) für Euro-Staaten festgelegt? Aber muss sich die EZB oder die EU an eigene Vorgaben und Versprechen halten?
Mit dem Aufkauf von Staatsanleihen hat man meines Erachtens nicht nur die Eurozone zu einer Transferunion umgestaltet, sondern auch eine Art perpetuum mobile erfunden. Der Staat finanziert sich selbst über den Aufkauf seiner eigenen Schuldendienste (also über die Druckerpresse). Wozu braucht man da eigentlich noch Steuereinnahmen? Wann gibt es endlich Freibier für alle?

 

Das Vertrauen in die Währung ist das wichtigste Gut!
Das System der Billiggeldschwemme funktioniert, solange der einfache Bürger das Vertrauen in die Währung nicht verliert. Schon der kleinste Anlass zur Panik kann zu einem Dominoeffekt führen. Ich habe oft den Verdacht, dass die Billiggeldschwemme nur "erfunden" wurde, um das chaotische europäische und globale Zollfreihandelssystem über die Zeit zu retten.

 

PS: Der Inflationsanstieg Anfang der 1920er Jahre im Deutschen Reich: 1920 ca. 200 %, 1921 ca. 50 %, 1922 ca. 3000 %, 1923 ca. 100.000.000.000 %. Ergo: Die Inflationsrate verlief keineswegs geradlinig ansteigend, wie allgemein angenommen. 1921 hoffte man noch, sie in den Griff bekommen zu können. Nach der Währungsreform im Januar 1924 kostete ein Brot, wofür im Dezember 1923 noch 400 Milliarden Reichsmark verlangt worden waren, dann 0,30 Rentenmark.

 


Nachtrag, 26. Juli 1019:
Die EZB will noch mehr Geld in der Markt pumpen und die Negativzinsen weiter anheben.
Weil die schwächelnde Wirtschaft in der Eurozone sich trotz Billiggeldschwemme weiter eintrübt, erwägt die EZB, noch mehr Staatsanleihen überschuldeter Mitgliedsländer aufzukaufen. Außerdem sollen den Geschäftsbanken höhere Negativzinsen aufgebrummt werden, falls diese Gelder bei der EZB parken.
Was bedeutet das?

1. Sparern droht die Berechnung von Minuszinsen!
Wer meinte, mit der Nullzinspolitik sei das Ende der Fahnenstange erreicht und die schleichende Enteignung der Bevölkerung nicht mehr zu toppen, wird eines Besseren belehrt.
Man kann tatsächlich die Geldpolitik noch weiter pervertieren!
Ganz einfach - indem Sparern Strafzinsen abgebucht werden! Mit niedrigen Sätzen unterhalb von einem Prozent wird man anfangen, um die Bevölkerung auf die neue Lage einzustimmen. Aber das Strafzins-Programm wäre voll ausbaufähig, man könnte dem Sparer irgendwann pro Jahr auch fünf, zehn oder fünfzehn Prozent Strafzins berechnen.

Die Folgen wären:
a) Viele Sparer würden ihr Geld nicht mehr auf die Bank bringen, sondern zuhause bunkern. Dadurch würden Einbruchdiebstähle zunehmen. Zudem droht der Totalverlust des Geldes durch Brand- und Wasserschäden.
b) Viele Menschen würden die private Altersvorsorge aufgeben. Weil sie nicht wissen, was von ihrem sauer verdienten Geld am Ende übrig bleibt.
c) Andere Leidtragende würden versuchen, ihr Geld über spekulative Anlagen zu retten (Aktien, Immobilien usw.).
d) Manche Sparer werden auf die Idee kommen, ihr Geld in andere Währungen umzutauschen (zum Beispiel in Dollar, Schweizer Franken, Britisches Pfund usw.). Auch das würde der Eurozone nicht gut bekommen. Aber die EU könnte den Besitz von Fremdwährungen im Euroraum natürlich verbieten oder einschränken. Was Verbote betrifft, war die EU schon immer sehr erfinderisch.
e) Es würde generell weniger gespart, weniger für schlechte Zeiten zurückgelegt und vermehrt im Hier und Jetzt gelebt. Es käme also zu einem ökologisch und ökonomisch wenig sinnvollem Konsumrausch, zu einer Art Endzeitstimmung.
f) Weil weniger Leute Rücklagen bilden, muss das Sozialamt häufiger einspringen.
Immer mehr Menschen werden erkennen, dass
Leistung nicht mehr lohnt und es viel gesünder und bequemer ist, sich vom Sozialstaat aushalten zu lassen (so wie es viele Gäste aus dem Ausland bereits vorexerzieren).

2. Kleinunternehmen und mittelständische Betriebe haben es noch schwerer!
Denn im Gegensatz zu den Konzernen können sich kleinere Unternehmen nicht mit Billigstkrediten eindecken, investieren, expandieren oder unliebsame Konkurrenten aufkaufen. Der Mittelstand kann froh sein, wenn er wegen der verschlechterten Geschäftslage überhaupt noch an Kredite herankommt (zu erheblich höheren Zinsen).

3. Sie Spekulation wird weiter angeheizt!
Die Flucht in die Aktienmärkte und in das Betongold treibt nicht nur die Spekulation an, sie verzerrt auch das Marktgeschehen. Weil zu viel Geld dorthin fließt, wo es gar nicht gebraucht wird. Und wie wir alle aus bitterer Erfahrung wissen: Spekulationsblasen enden meistens mit einem lauten Knall - sie sind die Vorboten gigantischer Weltwirtschaftskrisen.

4. Auch Banken werden in die Spekulation gedrängt …
Je höher die EZB-Strafzinsen für Banken, desto größer die Gefahr, dass Geldinstitute mit überschüssigem Geld in Aktien- oder Immobilienfonds flüchten. Somit wird auch auf dieser Ebene die Blasenbildung angefacht.

5. Wenn die Immobilienpreise anziehen, steigen auch die Mieten!
Die Mieten sind dann für Normalverdiener kaum noch aufzubringen. Schon aus diesem Grund werden viele Erwerbstätige merken: Wohl dem, der von Hartz IV lebt und sich auf eine umfassende staatliche Vollkaskoabsicherung verlassen kann.

 

Keine Kapitalanlage ist mehr sicher!
Der Wert des Bargelds kann bei einem Stimmungsumschwung (wenn das Vertrauen in den Euro kippt und dadurch die Inflation zu Galoppieren beginnt) rasch schwinden. Aktien und Immobilien sind als Wertanlage kaum weniger sicher. Wir haben in Europa im neuen Jahrtausend bereits mehrfach erlebt, wie Aktien- und Immobilienmärkte urplötzlich kollabierten. Das letzte Mal wurde über die Billiggeldschwemme eine künstliche Regeneration erzwungen. Aber wenn diese Gelddroge nicht mehr erhöht werden kann? Weil man bereits bei Negativzinsen angekommen ist und eine weitere Geldmengenerhöhung das Inflationsrisiko befeuern würde? Den nächsten Aktiencrash wird man jedenfalls nicht mit einer neuerlichen Billiggeldschwemme überspielen können.

Was macht Aktienfonds so unsicher?
a) Einbrechende Gewinne! Gerät die Weltwirtschaft in eine Schieflage, sinken die Renditen. Da sich Aktienkurse an Renditen und Gewinnerwartungen orientieren, sind Kursstürze auf breiter Front jederzeit möglich.
b) Die derzeit gute Verfassung der Aktienmärkte ist auch Folge der Nullzinspolitik. Wenn normale Staats- und Geldanleihen Verluste bescheren, erhöht sich die Attraktivität des Aktieninvestments. Kommt es aber dann zu einer Zinswende, endet der Aktienhype.
c) Jedes Investment ist allein schon aus politischen Gründen unsicher. Würden Regierungen zum Beispiel Konzernen endlich eine längst überfällige Mindestertrags- und Filialsteuer abverlangen, würden viele Aktienkurse einbrechen. Wie sehr politische Entscheidungen Aktienkurse beeinflussen, zeigt in Deutschland der Kursverlauf der Banken und Versorger (Deutsche Bank, Commerzbank, EON, RWE). Politische Maßnahmen sind aber im Voraus kaum kalkulierbar, zumal wenn die EU mitregiert.
Den darbenden deutschen Sparern wird immer wieder dringend empfohlen, angesichts anhaltender Negativzinsen vermehrt in Aktienfonds zu wechseln. Ich halte solche Ratschläge für heikel, wenn nicht gar verantwortungslos.

Die Euro-Billiggeldschwemme funktioniert nur mit Deutschland als sicherem Anker!
Was wäre der Euro ohne Deutschland? Nur das schier grenzenlose Vertrauen in die Kraft der deutschen Volkswirtschaft hält den Multikulti-Euro am Leben und die Inflationsrate in Grenzen. Anleger wissen, dass Deutschland als Stützpfeiler der Transferunion am Ende für alles haften muss. Deshalb kann Deutschland auch nicht einfach aus dem Euro wieder aussteigen, selbst wenn das rechtens wäre.
Mit der Aufgabe der DM und dem Beitritt zum Euro hat Deutschland quasi die Seele seiner Volkswirtschaft verkauft. Fachleute wissen das, aber nur wenige wagen es, diese Wahrheit offen auszusprechen.

Droht eine neue Währungsreform?
Deutschland erlebte im 20. Jahrhundert zwei Währungsreformen (1923 und 1948). Die ehemalige DDR sogar noch eine dritte (1990). In unserem 21. Jahrhundert gab es bislang "nur" eine verkappte, eine halbherzige Währungsreform. Am 1. Januar 2002 wurde die DM (die angesehenste Währung der Welt) ungültig und durch den scheinbar gleichwertigen Multikulti-Euro ersetzt.
Scheinbar gleichwertig deshalb, weil ein paritätischer Umtausch stattfand, der zunächst keinen Verdacht auf einen direkten Wertverlust aufkommen ließ. Inzwischen weiß man aber, was man sich durch die Ersatzwährung eingehandelt hat. Der Euro spiegelt in keiner Weise mehr die Stärke einer einzelnen Volkswirtschaft wieder.
Eine Regierung kann ihre Geldpolitik nicht mehr auf eigene Bedürfnisse abstimmen! Sie muss vielmehr hilflos zuschauen, wie der Markt über eine Billiggeldschwemme unnötig geflutet wird, die Null- bzw. Negativzinsen Sparer schleichend enteignen, die Gesetze der Marktwirtschaft ausgehebelt werden, die Eurozone zur Schulden-Transferunion verkommt, Eurostaaten über Schuldenschnitte gerettet werden müssen, prekäre Staatsanleihen überschuldeter Staaten von der EZB munter aufgekauft werden usw. usw.
Durch all diese Machenschaften sind die Zukunftsperspektiven der Eurozone noch düsterer als die momentane Lage. Denn das Vertrauen in den Euro kann schnell kippen, es droht eine Währungsreform im Stile des vorigen Jahrhunderts (mit erheblichen Vermögensverlusten seitens der Bürger).
Weil man sich von ehernen Grundsätzen verabschiedet hat! Über die strengen Regeln und heiligen Schwüre, mit der die deutsche Bevölkerung vor der Euroeinführung auf Kurs gebracht wurde, wird heute nur noch gelacht. Den deutschen Sparern kostet die Nullzinspolitik bereits jährlich ca. 40 Milliarden Euro (der Wertverlust bei den Lebensversicherungen ist da noch gar nicht einberechnet). Und die deutschen Geldinstitute müssen bereits Jahr für Jahr Milliardensummen an Negativzinsen an die EZB abführen. Wie sollen sie unter diesen Umständen noch Geld verdienen? Wie sollen sie überleben, wo sie doch bereits in den letzten Jahren den Löwenanteil ihres ehemaligen Aktienwertes eingebüßt haben? Vertreten unser Volksvertreter heute die Ansicht, unser Land brauche keine eigenen Großbanken?

Wie reagieren Politik & Medien auf die Billiggeldschwemme?
Anstatt ein Umkehr anzustreben, werden Kritiker eingeschüchtert. Sie werden zu geschmähten Hassobjekten und in die rechte Abschaumecke gedrängt.
Es ist schon merkwürdig, dass im kürzlich beendeten EU-Wahlkampf die alles entscheidende Billiggeldschwemme kein Thema war. Und auch zuvor nie groß darüber geredet oder informiert wurde. Eine solch extreme Billiggeldschwemme, die die Gesetze der Marktwirtschaft aushebelt, die hochriskant ist und jegliche Moral vermissen lässt, hätte doch eigentlich über eine Volksabstimmung legitimiert werden müssen. Warum geschah das nicht?
Ich habe gehofft, dass durch die Europawahl im Mai 2019 verantwortungsbewusste Politiker an die Spitze rücken, die die verhängnisvolle Billiggeldschwemme Schritt für Schritt zurückfahren (bevor alles außer Kontrolle gerät). Aber das Gegenteil scheint der Fall. Weder Frau von der Leyen noch die künftige EZB-Chefin Frau Lagarde zeigen sich gewillt, das heiße Eisen anzupacken und eine Umkehr in der Geldpolitik einzuleiten.

Darf man hoffen, das alles gutgeht?
Diese Hoffnung trieb auch Hitler, als er seine Soldaten 1939 zwang, Polen anzugreifen (anstatt sich auf diplomatischen Wegen zu bemühen, die unrechtmäßige Vereinnahmung Oberschlesiens durch Polen wieder rückgängig zu machen).
"Die Hoffnung stirbt zuletzt!" Und das scheint auch die Devise vieler Geldpolitik-Hasardeure zu sein.

 


Hinweis: In diesem Ausnahmefall weise ich ausdrücklich darauf hin, dass es sich um meine persönlichen Einschätzungen und Analysen handelt. Weil das internationale Finanzsystem kaum noch durchschaubar und kontrollierbar ist und viele Entscheidungen in Hinterzimmern getroffen werden, weiß der Uneingeweihte nie, was Regierungen und Zentralbanken demnächst anstellen bzw. mit welchen Tricks und Notprogrammen natürliche Abläufe ausgehebelt werden. Also: Natürlich kann ich mit meinen Vorwürfen und Einschätzungen bezüglich der Billiggeldschwemme daneben liegen. Wir werden es sehen.

 

Wem glauben Sie?
Haben diejenigen Recht, die die Wohlstandsmehrung der letzten Jahrzehnte bejubeln? Oder sind Sie gleich mir der Meinung, dass die Reallöhne und Renten sich auch in Deutschland seit 1980 rückläufig entwickeln - trotz aller produktiven Fortschritte.
Und was halten Sie von den allmonatlich triumphierend zelebrierten
Arbeitslosenzahlen, die die wahren Verhältnisse verschleiern und eigentlich mehr ein Beleg für totales Versagen darstellen (seit Anfang der 1960er hat sich die Zahl der Erwerbslosen mehr als verzehnfacht).

Ist das alles gar nicht so wichtig?
Halten Sie es für notwendig, die Ursachen des schleichenden Niedergangs zu hinterfragen? Oder glauben Sie, dies sei alles gar nicht so wichtig, man könne sich getrost auf die Aussagen der Politiker und Medien verlassen, die haben alles im Griff?
Ich vertrete die Ansicht, die Entwicklung der Kaufkraft und Arbeitslosenzahlen sind Stützpfeiler der neoliberalen Beweiskette (Propaganda). Darauf bauen deren Beschwichtigungsparolen auf ("Noch nie ging es uns so gut wie heute!" bzw. "Deutschland profitiere ganz besonders vom … europäischen und internationalen Dumpingwettbewerb, der EU, dem Euro, der Zuwanderung, Bürokratisierung, der Monopolisierung usw.!").
Mein untenstehend angebotenes Kontrabuch offenbart die eklatanten Widersprüche und Lebenslügen unserer Zeit. Es schafft ein völlig neues Verständnis vom Kreislauf der weltwirtschaftlichen Abhängigkeiten und erläutert die tatsächlich gegebenen Kausalzusammenhänge. Wer in den nächsten Jahren politisch auf hohem Niveau mitreden (und damit auch mitbestimmen) will, wird um die Lektüre dieses Buches kaum umhin kommen.

 

Eine herzliche Bitte: Sollte Ihnen dieser Artikel (http://www.anti-globalisierung.de/billiggeldschwemme.html) gefallen haben, empfehlen Sie ihn bitte weiter. Denn nur die allgemeine Aufklärung der Bevölkerung ebnet den Weg für notwendige Veränderungen. Es dankt Ihnen Manfred J. Müller  

 

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Impressum
© Dieser Text ist die Zusammenfassung einer Studie des unabhängigen, parteilosen Wirtschaftsanalysten und Publizisten Manfred J. Müller aus Flensburg. März 2018

 

Das globale Lohn-, Konzernsteuer-, Zoll- und Zinsdumping verwandelt die soziale Marktwirtschaft in einen unberechenbaren Kasinokapitalismus …

Warum aber halten Politker selbst nach 40 Jahren des Niedergangs immer noch an der inhumanen Ideologie des Zollfreihandels fest? Warum feiern sie scheinbare Konjunktur- und Beschäftigungserfolge, die lediglich auf eine abenteuerliche Billiggeldschwemme zurückzuführen sind?

Die Billiggeldschwemme führt uns über kurz oder lang in die Katastrophe. Es wäre aber zu banal, einfach eine Umkehr einzufordern. Viel wichtiger ist es, unser Machtsystem zu verstehen. Warum also kommt es überhaupt zu einer solch verantwortungslosen Geldpolitik? Warum schreiten unsere Volksvertreter nicht ein?

Gleiches gilt für den Zollfreihandel. Warum wird er immer noch verherrlicht, welche Strategie steckt dahinter? Wie befreien wir uns aus der scheinheiligen Welt der Vorurteile und Irrlehren?

Alle großen Probleme (Massenarbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Exportabhängigkeit, Klimawandel, Völkerwanderungen, Ausbeutung der Entwicklungsländer usw.) haben dieselben zentralen Ursachen! Es bringt wenig, die Einzelprobleme lautstark anzuprangern, auf die Straße zu gehen und inhaltlose oder irrationale Forderungen zu stellen. Die Bevölkerung muss zunächst das Gesamtsystem der Hinterlist und Täuschung verstehen! Nur so kann sich nachhaltig etwas ändern, nur so schwindet der Einfluss einer dogmatischen Staatspropaganda.

Wenn der Wähler erkennt, wie der inhumane Kasinokapitalismus funktioniert, kann die Politik nicht länger nach Gutsherrenart schalten und walten. Denn in einer aufgeklärten Gesellschaft muss eine Regierung wichtige demokratische Grundregeln einhalten und kann nicht so einfach die Interessen ihrer Untertanen sträflich missachten.

 

••• NEU:

Kapitalismus, Zollfreihandel, Globalisierung:
DAS KONTRABUCH
Wie funktioniert die grenzenlose Ausbeutung?
Und was müssten unbestechliche Politiker dagegen tun?

Manfred Julius Müller, 100 Seiten, Format 17x22 cm, 8,90 Euro

Zum Kontrabuch: Die umfangreiche Urfassung habe ich rigoros auf 100 Seiten zusammengestrichen. Damit der Kern meiner Botschaft noch besser herüberkommt und ablenkende Nebensächlichkeiten keine Verwirrung stiften. Es ist doch leider so: Am Ende einer 500seitigen Abhandlung haben die meisten Leser das Wesentliche oft schon vergessen und den Überblick verloren.
DAS KONTRABUCH ist kein Buch für Egoisten, die nur an ihre eigenen Vorteile denken. Ich halte z. B. nicht viel von Ratgeber-Büchern, die reißerisch vor einem Finanzcrash warnen, um dann doch nur Empfehlungen zur Rettung des eigenen Vermögens zu geben. Es ist bezeichnend, dass gerade solche kommerzorientierten, ichbezogenen Bücher zu Bestsellern werden.
Meine Mission ist eine ganz andere: Mir geht es um das Wohl der Allgemeinheit (der Menschheit) und das Erstreben einer intakten, fairen und demokratischen Gesellschaft.
Manfred Julius Müller

Weitere Infos zum Buch …


Manfred Julius Müller analysiert seit über 30 Jahren weltwirtschaftliche Abläufe. Er ist Autor verschiedener Bücher zu den Themenkomplexen Globalisierung, Kapitalismus und Politik. Manche Texte von Manfred J. Müller fanden auch Einzug in Schulbücher oder werden zur Lehrerausbildung herangezogen.
Die Texte & Bücher von Manfred J. Müller sind überparteilich & unabhängig! Sie werden nicht, wie es leider häufig der Fall ist, von staatlichen Institutionen, Global Playern, Konzernen, Verbänden, Parteien, Gewerkschaften, der EU- oder der Kapitallobby gesponsert! Auch nicht indirekt.