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Sind EU und Weltwirtschaft nur über eine Billiggeldschwemme zu retten?

Eine Billiggeldschwemme ist gewissermaßen das letzte Aufgebot, um eine Volkswirtschaft vor dem drohenden Zusammenbruch zu retten.
Die Zentralbanken verleihen dabei Geld (welches sie in unbegrenzter Menge per Knopfdruck generieren können) zu einem lächerlichen Leitzins an private Geldinstitute. Dieser riskante Vorgang sorgt für eine vorübergehende Belebung der Wirtschaft. Aber wie lange kann dieser Trick funktionieren und wie kommt man aus dieser Nummer wieder heraus?

 

Anfang der 1920er Jahre führte die staatliche Geldschwemme zu einer Hyperinflation!
Im Grunde ist die Billiggeldschwemme nichts anderes als das ehemalige Anschmeißen der Notenpresse, mit der die Regierung der Weimarer Republik nach dem 1. Weltkrieg ihre Haut retten wollte. Der Unterschied zu heute: Bei den weltweit verflochtenen Finanzmärkten blickt keiner mehr so richtig durch (der Bürger bekommt die Geldschwemme nicht direkt zu spüren). Dies gilt umso mehr, wenn sich (wie im Euroraum) unterschiedlich starke Nationalstaaten zu einem Währungsverbund zusammengeschlossen haben.

 

Die Geldflutung über die Zentralbanken.
Seit Jahren nun hält die EZB den Leitzins bei 0 %. Sie begründet diesen Wahnsinn mit der niedrigen Inflationsrate im Euroraum, die nach amtlicher Bemessung bei rund 1,5 % liegt. Aber wieso erfasst der Leitzins dann nicht einmal diese ausgewiesene Inflationsrate? Neben der Inflationsrate müsste auch noch ein Bearbeitungs- und Risikoaufschlag von ca. 2 % berücksichtigt werden, so dass der Leitzins dann bei 3,5 % liegen würde.

 

Wie seriös ist die amtliche Berechnungsgrundlage überhaupt?
Und eine andere Frage stellt sich! Warum ist die Inflationsrate so niedrig, wo doch die EZB nach Herzenslust neues Geld generieren darf? Liegt es womöglich daran, dass heute entscheidende Kapitalanlagemöglichkeiten bei der Inflationsberechnung ausgeklammert werden?
Die Wertentwicklung zum Beispiel bei Aktien, Gold und Immobilien erwies sich insgesamt als äußerst inflationär - sie bleibt aber unberücksichtigt. Früher spielten diese Investments eine geringere Rolle, denn der Geldkreislauf war ein ganz anderer (Geld wurde schnell in Umlauf gebracht und weniger gehortet). In Zeiten der wundersamen Geldvermehrung verliert die Realwirtschaft an Bedeutung. Immer mehr Kapital fließt in spekulative Anlageformen. Rund um den Erdball, so dass vieles im Dunkeln bleibt.

 

Leidtragende und Nutznießer der Billiggeldschwemme...
Leidtragende sind zunächst einmal die Sparer, die schleichend enteignet werden, ebenso natürlich die Besitzer einer Lebensversicherung und alle, die dem Ruf nach einer privaten Altersvorsorge gefolgt sind.
Geschädigt wird durch die Billiggeldschwemme aber vor allem die Volkswirtschaft (die gesamte Bevölkerung muss also darunter leiden), da geliehenes Geld keinen fairen Preis mehr hat! Was wiederum zu falschen Investitionsanreizen führt (und damit das langfristige Produktivitätswachstum und die Lohnentwicklung hemmt)!

 

Der Sparer blutet - und Vater Staat spart zigmilliarden Euro im Jahr an Zinszahlungen!
Nutznießer sind vor allem Politiker, da sie dem Volk in ihrer Amtszeit eine blühende Wirtschaft vorgaukeln können (sich im Erfolg sonnen dürfen). Zudem können sie durch den Zinstrick einen ausgeglichen Haushalt präsentieren, da sie für die hohen Staats- und Landesschulden nur noch geringe Zinsen aufwenden müssen.
Mit den eingesparten Milliardensummen können dann Wähler mit teuren Leistungsgesetzen (zum Beispiel dem Baukindergeld und höheren Sozialhilfen) geködert werden, während die gebeutelten Sparer bei all dem Kuddelmuddel kaum ausmachen können, wer für das Debakel (ihre schleichende Enteignung) verantwortlich ist.

 

Der Aufkauf von Staatsanleihen...
Wenn die Moral völlig am Boden liegt, schreckt die EZB offenbar auch nicht mehr davor zurück, die Staatsanleihen maroder Staaten aufzukaufen (damit auch sie in den Genuss marktverfälschender, spottbilliger Zinsen kommen).
Hat man unserer Bevölkerung nicht einst hoch und heilig versichert, dass solche Machenschaften ausgeschlossen sind? Und hat man nicht vor Inkrafttreten des Euro eine oberste Staatsverschuldungsgrenze (60 % des BIP) für Euro-Staaten festgelegt? Aber muss sich die EZB oder die EU an eigene Vorgaben und Versprechen halten?
Mit dem Aufkauf von Staatsanleihen hat man meines Erachtens nicht nur die Eurozone zu einer Transferunion umgestaltet, sondern auch eine Art perpetuum mobile erfunden. Der Staat finanziert sich selbst über den Aufkauf seiner eigenen Schuldendienste (also über die Druckerpresse). Wozu braucht man da eigentlich noch Steuereinnahmen? Wann gibt es endlich Freibier für alle?

 

Das Vertrauen in die Währung ist das wichtigste Gut!
Das System der Billiggeldschwemme funktioniert, solange der einfache Bürger das Vertrauen in die Währung nicht verliert. Schon der kleinste Anlass zur Panik kann zu einem Dominoeffekt führen. Ich habe oft den Verdacht, dass die Billiggeldschwemme nur "erfunden" wurde, um das chaotische europäische und globale Zollfreihandelssystem über die Zeit zu retten.

 


PS: Der Inflationsanstieg Anfang der 1920er Jahre im Deutschen Reich: 1920 ca. 200 %, 1921 ca. 50 %, 1922 ca. 3000 %, 1923 ca. 100.000.000.000 %. Ergo: Die Inflationsrate verlief keineswegs geradlinig ansteigend, wie allgemein angenommen. 1921 hoffte man noch, sie in den Griff bekommen zu können. Nach der Währungsreform im Januar 1924 kostete ein Brot, wofür im Dezember 1923 noch 400 Milliarden Reichsmark verlangt worden waren, dann 0,30 Rentenmark.

 

Hintergrund:
Globalisierung: Was darf die Bevölkerung darüber wissen?
Trügerischer Wirtschaftsboom: Wann zerfällt das Kartenhaus aus Billiggeldschwemme, Nullzinspolitik und Währungsdumping?
Der Gesinnungsjournalismus hat sich ausgebreitet!

 

 

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© Dieser Text ist die Zusammenfassung einer Studie des Wirtschaftsanalysten und Publizisten Manfred J. Müller aus Flensburg
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Ist die Welt nur über den Zoll zu retten?
Ich denke schon und sage das mit allem Nachruck! Das widerliche Lohn- und Steuerdumping lässt sich kaum anders als über schrittweise durchgeführte Zollanhebungen beenden. Über den Zoll bricht man die Übermacht des Großkapitals und unterbindet die allgegenwärtige Erpressbarkeit des Staates.
Wer den Kasinokapitalismus verabscheut, muss über den Zoll reden! Die scheinheilige Ächtung des Zolls bei gleichzeitiger Duldung aller heimlich praktizierten
Protektionsmus-Abartigkeiten muss ein Ende haben!
Wir brauchen endlich offene und ehrliche Debatten. In vielen Belangen! Und die werden mit dem Kontrabuch eröffnet.

••••• NEU:

Kapitalismus, Zollfreihandel, Globalisierung:
DAS KONTRABUCH
Wie funktioniert die grenzenlose Ausbeutung?
Und was müssten unbestechliche Politiker dagegen tun?

Mit mehr Verständnis für die weltwirtschaftlichen Zusammenhänge, einer Loslösung von den Irrlehren der Kapitallobby und der Wahnidee des globalen Dumpingwettbewerbs könnten die richtigen Schlussfolgerungen gezogen und notwendige Reformen eingeleitet werden. Dazu wären nicht einmal internationale Abkommen vonnöten. Jeder Staat könnte souverän handeln und sich somit aus der Zwangsjacke der einschnürenden Abhängigkeiten befreien. Daraus entstünde weltweit ein offener Wettbewerb über das beste Staats-, Demokratie- und Wirtschaftsmodell.
Autor Manfred Julius Müller, 100 Seiten, Format 17x22 cm, 8,90 Euro
Weitere Infos zum Buch. Bestellung zum Beispiel über www.amazon.de oder auch über den stationären Buchhandel.

Wann wird die Obrigkeit (das Establishment) ihre Deutungshoheit verlieren? Schon bald? Oder ist die Zeit noch nicht reif dafür?


Nachtrag 11.5.2019:
Der "böse" Herr Trump erhöht die Zölle auf Importe aus China …
Und wie wurde das in den Fernsehnachrichten wieder kommentiert? Sehr einseitig, wie ich meine (Gesinnungsjournalismus halt).
Da wurde dann abermals das Märchen vom drohenden Handelskrieg aufgetischt - und wie sehr dies der Weltwirtschaft und der USA schaden würde. Dabei entbehrt die angstschürende Prophezeiung jeder Logik. Die US-Wirtschaftsdaten belegen, dass die bisherigen Zollanhebungen (aller Unkenrufe zum Trotz) der USA gut bekamen!
Ausführlich wurde im Staatsfernsehen gestern mit einem konkreten Beispiel Stimmung gemacht. Die Geschichte eines US-Fahrradherstellers wurde erzählt, der Rahmen und Speichenräder aus China bezieht. Dessen Einkaufskosten steigen wegen des Zolls von 150 auf 170 Dollar. Und schon sehen mitfühlende Fernsehmacher die Existenz der US-Fahrradfabrik bedroht. Außerdem beklagen sie den Kaufkraftschwund der amerikanischen Bevölkerung.
Wie abgefahren ist das denn? Meinen Journalisten etwa, Zolleinnahmen seien verlorenes Geld? Mitnichten! Über die Einnahmen aus den Zöllen könnte zum Beispiel das gesamte US-Gesundheitssystem finanziert werden, so dass kein US-Bürger irgendwelche Krankenversicherungsbeiträge mehr zahlen müsste. Wäre das nichts, wäre das verwerflich?
Und was den Fahrradhersteller betrifft: Ist es wirklich ökologisch und ökonomisch sinnvoll, alle Komponenten aus fernen Erdteilen zu beziehen? Wenn sich 25-prozentige Zölle als Weltstandard durchsetzen, wird früher oder später das komplette Fahrrad wieder in den USA hergestellt werden. Bis zur letzten Schraube! Oder meint irgendjemand, die USA könnten so etwas nicht mehr, seien dazu zu dekadent, zu dumm oder zu faul?

Der Kasinokapitalismus lebt … solange es keinen vernünftigen Zoll gibt!
Gestern ging übrigens auch der Taxivermittler Uber an die Börse. Obwohl Uber noch nie Gewinne erzielt hatte, wurde am gleichen Tag ein Börsenwert von 80 Milliarden Dollar ermittelt (Uber wäre demnach so wertvoll wie VW).
Aber davon abgesehen: Gestern las ich in meiner Tageszeitung auch, wie sehr die "selbständigen" Uber-Taxifahrer ausgebeutet werden. Die meisten von ihnen kommen auf einen Stundenlohn von fünf Dollar (4,50 Euro). Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, in den USA!
Würden die USA wieder ihre Fahrräder (und die meisten ihrer Konsumartikel) im eigenen Lande herstellen, wäre Uber's Geschäftsmodell (das reguläre Yellow-Cab-Taxis in den Ruin treibt) kaum überlebensfähig. Denn wer würde, wenn es wieder genügend Arbeitsplätze in der Industrie gäbe, noch für einen Stundenlohn von fünf Dollar arbeiten wollen?


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